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Gero von Büttner: Reisetagebuch USA
September 2001 - Ein Staat erlebt den Terror

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20. September 2001
Boston

Am GateWir sitzen vor unserem Gate und warten auf den Aufruf, dass wir das Flugzeug betreten können. Noch steht hier eine Boeing, die nach London fliegen soll. Dann plötzlich Feueralarm! Die Lichter über allen Feuermeldern blinken und eine Durchsage vom Band teilt mit, dass man ruhig sitzen bleiben und weitere Instruktionen abwarten solle. Die Feuerwehr sei informiert und werde die Sache näher untersuchen.
     Alle Leute bleiben ruhig sitzen, keiner scheint den Alarm wirklich ernst zu nehmen. Die Angestellten hinter dem Boarding-Schalter lächeln sich ebenfalls etwas unsicher an und greifen zu den Telefonen.
     Dann beginnt eine Sirene auf- und abschwellend zu heulen. Ist das alles immer noch ein Fehlalarm?
     Eine der Angestellten sagt etwas von »checking out« und greift zu einem roten Telefonhörer. Müssen die Passagiere aus der Maschine nach London wieder zurück ins Terminal? Oder will sie nur Näheres herausfinden?

FernsehteamWenn man weiß, dass auf den amerikanischen Flughäfen derzeit die höchste Sicherheitsstufe gilt, dann merkt man vielleicht, dass mehr Grenz-, Polizei- und sonstige Sicherheitsbeamte herumlaufen als sonst. Auffälliger sind da schon Kamerateams, die Passagiere interviewen. Für den Reisenden, der es gewohnt ist, in Europa zu fliegen, sind die Sicherheitsmaßnahmen absolut vertraut, ja sie sind dort z.T. sogar höher als jetzt, da am Stuttgarter Flughafen beispielsweise das Gepäck sogar vor dem Check-In geröntgt wird. Auch die Schlangen an den Schaltern sind kürzer als die, die man an europäischen Flughäfen sieht. Und wir befinden uns nicht irgendwo, sondern in Boston, von wo aus letzte Woche gleich zwei Flugzeuge entführt wurden.

Unseren Buick, der uns angenehm und komfortabel 2072 Meilen (=3335 Kilometer) durch das Land gebracht hat, hatten wir zuvor wieder abgegeben.

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