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Gero von Büttner: Reisetagebuch USA
September 2001 - Ein Staat erlebt den Terror

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14. September 2001
Buffalo - Waterloo

Obwohl sich die Wartezeiten an der kanadischen Grenze bei der Ein- und Ausreise praktisch wieder auf null reduziert haben, werden wir unsere Fahrt leider nicht durch Kanada fortsetzen. Auf allen Fernsehkanälen wird darüber spekuliert, wann der amerikanische Gegenschlag erfolgen wird. Wolken über Shopping MallDas Einzige, was die Sache derzeit noch etwas schwierig macht, ist die Frage, auf wen man denn die Bomben werfen soll. Doch nach Bushs Aussage, dass man auch die nicht verschonen wird, die den Terroristen Unterschlupf gewähren, ist im Zweifelsfall immer ein Abwurf über Afghanistan drin. Wobei man sicherlich Florida nicht bombardieren wird, denn zwischenzeitlich wurde auch bekannt, dass die Attentäter z.T. in Florida lebten und dort in privaten Flugschulen für ihre tödliche und selbstmörderische Mission ausgebildet wurden.
     Auf jeden Fall wird die Grenze nach einem Gegenschlag wieder dicht sein. Ein Risiko, dass wir nicht eingehen wollen, da seit gestern die Flughäfen den Flugbetrieb wieder aufnehmen und unser Flug am Donnerstag hoffentlich Boston verlässt, jenen Flughafen, von dem am vergangenen Dienstag die beiden Boeings gestartet sind, die ins World Trade Center rasten.
     Wir fahren heute den gleichen Weg zurück und stoppen wieder am Outlet Center, wo unsere Shoppingtour vor drei Tagen so plötzlich unterbrochen wurde.

Die Zusammenschnitte im Fernsehen mit den Bildern des Anschlags und den Zitaten von Bush und anderen, mit Rettern und Geretteten und einer süßlich-heroischen Musik dazu und Slogans wie »Attack on America«, »America Unites«, »America mouns«  und »Americas New War« sehen aus wie Werbespots für Kinofilme. Heroische Bilder von Feuerwehrleuten, die die amerikanische Flagge auf den Schutthaufen errichten. Vor mehr als 50 Jahren waren auf ähnlichen Bildern Soldaten zu sehen.
     Die Propaganda hat begonnen. Good bless America!

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