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Die Nörgelei am Café-Tisch
Februar 1999 - Diesmal von Wilhelm Weller


Weg mit dem Schaltjahr - Gegen einen doppelten Februar!
Wilhelm Weller Ist dieses Jahr ein Schaltjahr? Werden wir 28 oder 29 kalte Februartage erdulden müssen?
     1999 ist nicht durch 4 teilbar, ist daher kein Schaltjahr. Schon nach 28 Tagen ist es März, ist das nicht wunderbar? Leider nur diesjahr. Denn das Jahr 2000 ist wieder ein Schaltjahr!!
     Verstehen Sie nun, warum das amerikanische Magazin TIME in einer seiner letzten Ausgaben auf seiner Titelseite warnend schrieb: »The End of the world !?! Y2K insanity! Apocalypse now!«
     Ja, Sie wissen Bescheid. Das nächste Jahr wird ein Schaltjahr sein. Ziehen Sie sich schon heute besonders warm an.
     Wie war das überhaupt damals, im Jahr 1900? Die Menschheit hatte dieses Datum doch auch überlebt.
     Nun, 1900 war eben kein Schaltjahr.
     Verschonen Sie mich jetzt mit der Frage, warum 2000 eines ist und 1900 keines war.
     Nur um dies zu entschlüsseln wurde ich Mathematiker.
     Meine Großmutter hatte am 29. Februar eines Schaltjahres Geburtstag. Ihr Schicksal war es, welches mich schon früh für dieses Thema sensibilisierte. Nur 17 mal in ihrem Leben konnte sie Geburtstag feiern und starb doch als alte Frau. Erschreckend!
     Im kommenden Schaltjahr wird Millionen neugeborener Menschen ein ähnliches Schicksal drohen.
Noch ist es nicht zu spät, um mit einer entschiedenen Reform, die weltweit durchgeführt und koordiniert werden müsste, dieses ernste Problem für künftige Zeiten zu lösen.
     Die Einführung der Sommerzeit könnte als Vorbild dienen.
     Soll sich der Mensch nach dem Kalender richten oder dieser nach uns? Ich weiß, dass Sie mir zustimmen.
     Die Abschaffung des 29. Februar, also die Schaffung eines einheitlichen Februar, könnte einhergehen mit einer grundsätzlichen Neubestimmung auch der übrigen Monate.
     Macht es denn Sinn, dass die Monate April, Juni, September und November nur 30 Tage haben und alle übrigen Monate (abgesehen vom Februar) 31 Tage - und wer kann sich das merken?
     Ich schlage vor, die winterlichen, kalten Monate November, Dezember, Januar, Februar einheitlich auf 28 Tage zu kürzen und die dabei gewonnenen Tage den übrigen, angenehmeren Monaten zuzuschlagen.
     Diese würden auf 32 Tage ausgedehnt, verbleibende, geringfügige Abweichungen werden von Statistikern ausgebügelt.
     Der Gewinn für die mentale Verfassung der Völker lässt sich nur erahnen, die positiven Auswirkungen einer solchen Änderung für die globale Ökonomie ebenfalls.
     Die neue Bundesregierung könnte sich überdies durch ein derart epochales Reformwerk in den Geschichtsbüchern verewigen - ein reizvoller Gedanke vor allem dann, wenn ihr nichts anderes gelingt.
     Belassen wir es also nicht bei bloßen Nörgeleien über die widrige Winterzeit! Begehren Sie gemeinsam mit mir als Volk bei den zuständigen Behörden die Abschaffung des Schaltjahres und appellieren wir für die Einführung eines neuen, wilhelminischen Kalenders!
     Verleihen Sie diesem Begehren durch massenhafte unterstützende eMails an den Autor Nachdruck. Ich danke Ihnen.

Wilhelm Weller


März 1999SeitenanfangJanuar 1999