Die Route heute | | Neuseeland: Rotorua | | 9. Tag: Dienstag, 2. Februar 1999 | | | Wo der Teufel sein Bad nimmt Als geologisch interessierter Mensch hatte ich für heute die »Geothermal Wonderland«-Tour gebucht. Dabei wurden praktisch alle geothermischen Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung abgeklappert gut für Menschen ohne Auto. Ob wir eigentlich wüssten, dass wir die letzte Nacht in einem Vulkankrater verbracht hätten, begrüßte uns der Führer gleich zu Beginn der Tour. Betretenes Kopfschütteln, unsichere Blicke auf die Rotorua umgebende Hügelkette. Aber es war schon korrekt, auf der ganzen Strecke fuhren wir von einem Krater in den nächsten. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus - hier wurde das Land durch ein Erdbeben um ein paar Meter gehoben, dort entstand vor hundert Jahren ein neuer Vulkankrater, da ist die Erdspalte von der darunter liegenden Verwerfung zu sehen und so weiter. Im Wai-o-tapu thermal wonderland glänzte der Champagne Pool mit einer überwältigenden Farbenpracht: Im aufsteigenden heißen Wasser gelöste Mineralien lassen den See in allen Farben leuchten. Ein stinkender gelbgrüner Kratersee war bezeichnet als »Devils Bath«, eine andere Verwendung konnte ich mir dafür auch nicht vorstellen. Durch das Waimangu Volcanic Valley floss ein dampfender Fluss, im ca. 80 Grad heißen Wasser können nicht einmal mehr Algen überleben. Unglaublich, welche Energien unter dieser scheinbar friedlichen Erdoberfläche lauern. |