Die Route heute | | Neuseeland: Queenstown - Christchurch | | 30. Tag: Dienstag, 23. Februar 1999 | | | Blauer See und weites Land Mein Urlaub neigte sich dem Ende entgegen, für den Nachmittag hatte ich bereits den Bus nach Christchurch gebucht - die Endstation meiner Reise über die Südinsel. Nach dem Trubel der letzten Tag genoss ich die Ruhe am Vormittag in einem Lakeside Café und begann, meine Erlebnisse zu Papier zu bringen. Nachdem es am Vorabend kurz und kräftig geschüttet hatte, zeigte sich der Lake Wakatipu zum Aschied noch einmal in seiner ganzen azurfarbenen Schönheit, dahinter zeichneten sich die Felszähne der Remarkables gestochen scharf vor dem klaren Himmel ab. Am gestrigen Abend hatte ich bis weit nach Mitternacht mit einigen Backpackern vom Schiff die Fjordtour noch bei einem »Pubcrawl« durch Queenstown ausklingen lassen. In der Stadt waren fast nur junge Leute unterwegs, die meisten davon keine Einheimischen. Erkennen konnte man das ganz leicht an der nicht gerade schicken Kleidung und dem groben Schuhwerk in den Rucksack packt man nicht unbedingt Pumps und das kleine Schwarze. Für mich war es das erste Mal, dass ich in Wanderschuhen getanzt habe, auch wieder eine neue Erfahrung. Nach der Überdosis Ruhe und Natur der letzten Wochen tat ein wenig Zivilisation so richtig gut. Das »Atomic Shuttle«, die günstigste Busverbindung von Queenstown nach Christchurch, war nun wirklich flott: Bei den einzelnen Haltestellen sprintete der Fahrer aus dem Bus, als gelte es einen neuen Rekord aufzustellen. Trotzdem zog sich die Strecke ziemlich, besonders bei der über weite Strecken kargen und öden Landschaft. Auf der Ostseite der Alpen angekommen sah ich wenigstens von der Straße aus endlich einmal den Mount Cook. Der höchste Gipfel Neuseelands hatte sich von der Westküste aus immer nur in Wolken gehüllt. In den Außenbezirken von Christchurch starrten die neben mir sitzende Schottin und ich gedankenverloren aus dem Fenster, als der Bus für eine Weile an einer Kreuzung hielt. Wir stellten lachend fest, dass uns beiden die Ampel aufgefallen war - so etwas hatten wir nach wochenlangen Reisen durch einsame Gegenden schon lange nicht mehr gesehen. |