Die Fahrt zurück war nicht weiter aufregend gewesen. Beim Umsteigen in Sande regnete es wieder in Strömen, und ab Hannover war der Zug voll mit schwäbisch sprechenden Männern (»Hawennichsdrdochsaag«).
Als ich schließlich in Hannover den IC bestieg, setzte sich mir schräg gegenüber, auf der andern Seite des Ganges, ein Mann in meinem Alter. Er lächelte mich an, so als würde er mich wieder erkennen, obwohl ich sicher war, ihm noch nie begegnet zu sein. Kurz nach der Abfahrt packt er dann ein Notebook aus und begann emsig zu tippen. Was er wohl schrieb?
Im Briefkasten lag eine Postkarte. Aus Kreta. Von ihr.
»Ich bin für ein paar Tage auf eine Insel geflüchtet. Allein! (Nicht das Du meinst!) Ich denke viel über uns nach, und ich denke auch, dass ich vielleicht zu früh ausgezogen bin. Möglicherweise sollten wirs nochmal versuchen. Komme am 23. Oktober wieder zurück. Ich ruf dich an. Vergiss mich bis dahin bitte nicht ganz! Gruß.«
Ich ging zum CD-Regal und legte Tori Amos ein. Sicherheitshalber. Auf Vorrat.