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Beitrag vom 9. August 2012 | Rubrik: Literarisches Leben, Reiseberichte

Hermann Hesse ist tot! – Ein Videobeweis aus Calw im Schwarzwald

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Hermann Hesse und Wolfgang Tischer blicken nach Calw

Ein Klick auf die beiden Herren führt Sie zum Video

Er war der König des Kitsch’, ein düsterer Paulo Coelho des frühen 20. Jahrhunderts: Heute vor 50 Jahren starb Hermann Hesse. Sein Freund Thomas Mann hatte das Komitee in Stockholm so lange genervt, bis der Nudist aus dem Schwarzwald sogar den Nobelpreis bekam. Grund genug, um uns mit der Videokamera dort umzusehen, wo der literarische Selbstmordliebhaber im Jahre 1877 geboren wurde: in Calw im Schwarzwald.

Doch obwohl der Anzugträger seit einem halben Jahrhundert tot ist, lebt er künstlerisch gesehen noch weitere 20 Jahre in Gefangenschaft.

Hermann Hesse und Calw an der Nagold – Das Video

Wer Hesse lesen will, muss zahlen

Erst siebzig Jahre nach dem Tode Hermann Hesses, am 9. August 2032, werden seine Werke allgemeinfrei. Bis dahin verdienen der Suhrkamp Verlag und Hesses Erben gut am Missionarssohn aus dem Württembergischen. Wer beispielsweise sein berühmtestes Gedicht »Stufen« öffentlich aufsagen will, der muss dafür zahlen.

Hermann Hesse (c) Suhrkamp VerlagUnd so hängen auch in Calw zum Jubiläumsjahr überall Hesse-Gedichte mit dem Vermerk © Suhrkamp Verlag. Und wer den Verlag kennt, der weiß, dass man dort illegale Verwendungen recht konsequent abmahnt. Hesse gehört nicht der Allgemeinheit, Hesse gehört dem Verlag.

Das ist bedauerlich, denn bei Hesse ist sehr gut vorstellbar, dass viele Künstler seine Werke aufgreifen, sie vertonen, dramatisieren oder auf andere Art weiterleben lassen würden. Doch das bleibt ohne Genehmigung der Rechteverwalter noch 20 Jahre verboten. Schade!

So bleibt Hesse rechtlich »geschützt« toter als er tatsächlich sein könnte.

16 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Horst-Dieter Radke schrieb am 9. August 2012 um 17:45 Uhr

    Hesses Werke wurden vertont und dramatisiert (für Film und Hörspiel), trotz der Rechteverwalter, die das angeblich nicht erlauben. Und das »illegale Verwendung« nicht geduldet werden muss – das ist doch eigentlich klar. Trotzdem »darf« man seine Bücher lesen, sogar laut. Im Familien- oder Freundeskreis sowieso. Ich habe vor einigen Jahren einen Schauspieler erlebt, der zog mit Siddhartha und Steppenwolf durch die Städte und rezitierte die (auswendig). Geht also alles. Vermutlich wird auch das rezitieren von Hesses Gedichten in der Schule nicht bestraft, es sei denn, man singt die. Dann könnte es sein, dass die GEMA abmahnt. Sonst würde ich eher raten, die Lehrer bestrafen zu lassen, die das den Schülern abverlangen.

  2. Eva schrieb am 10. August 2012 um 08:47 Uhr

    Ich finde es abstoßend vom Beitragsautor, Hermann Hesses Namen dazu zu benutzen, Stimmung gegen das Urheberrecht zu machen. Und “König des Kitsch” soll Herrmann Hesse charakterisieren? Bin kurz davor, diesen Newsletter abzubestellen.
    Ich schließe mich ansonsten meinem Vorkommentator Radke an.

  3. Peter Röhl schrieb am 10. August 2012 um 10:18 Uhr

    Was bitte ist an Hermann Hesse kitschig?
    Kann mich jemand aufklären?

  4. Jasmin Victor schrieb am 10. August 2012 um 10:51 Uhr

    Sicherlich gehöre ich nicht zur sogenannten Fan-Gemeinde Hermann Hesses – schätze aber viele seiner Werke sehr. Will man einer dort anzutreffenden “Schöngeisterei” den Vorwurf machen, es sei Kitsch ? Was ist kitschig an der Auseinandersetzung, wieviel Weltzu- und Weltabgewandtheit lebbar ist? Ehrlich gesagt finde ich es auch nicht freundlich, einen lieblosen Betonbau in Calw plötzlich zynisch in Szene zu setzen und sich darüber lustig zu machen, dass nach wie vor Menschen aus aller Welt dorthin reisen in der zwar romantisierten aber durchaus zulässigen Idee, dort irgendwo und irgendwie etwas von “Hesses Geist” mitzubekommen… Hesse selbst empfand bekanntermaßen die schwäbische Kleinstädterei als Enge… na ja, ich verstehe die überaus negative Apostrophierung hier einfach nicht – meiner Meinung nach gäbe es eine reiche Auswahl anderer Schriftsteller, wenn man auf der Suche wäre, sich mal negativ auszulassen…
    Nehmt doch einfach mal einen auf den Pieker der wirklich kunstlosen Quatsch von sich gibt
    In der Hoffnung dass mir der nächste newsletter besser gefällt –

  5. Reinard Schmitz schrieb am 10. August 2012 um 11:11 Uhr

    Ein Spur zu böse, Herr Tischer. Und daneben. Oder sollte Ihr Beitrag bewusst so reizen, dass er wieder mehr gelesen wird? Dann Hut ab, könnte gelingen :-)

  6. Christiane schrieb am 10. August 2012 um 11:46 Uhr

    Was für ein überheblicher Text. Zynismus kann Talent und Gefühl leider nicht ersetzen

  7. Gisbert König schrieb am 11. August 2012 um 10:14 Uhr

    Was für ein dummer und überheblicher Text.
    Dass ein Verlag an seinen renommierten Autoren verdienen will und von dem Geld u. a. vielen unbekannten Nachwuchsautoren eine Chance geben kann, ist Ihnen wohl ebenso wenig bekannt wie die Tatsache, dass weder Hesses künstlerische Weiterverarbeitung per se verboten ist noch dass das literarische Lebendigsein eines Werks kaum von seiner Gemeinfreiheit abhängt.

  8. levendel schrieb am 12. August 2012 um 13:43 Uhr

    Satire darf sein, auch wenn sie nicht der eigenen Meinung oder dem eigenen Geschmack entspricht. Der Bogen zum Urheberrecht im Text ist wohl der aktuellen Debatte geschuldet. Ein Recht, von dem nach wie vor eher die Verlage als die Autoren profitieren.

  9. MisterLG schrieb am 12. August 2012 um 15:44 Uhr

    Ich weiß nicht, aber ich denke nicht, dass es Erben in der Gesellschaft so einfach gemacht werden sollte. Ob es jetzt um einen geistigen Nachlass oder um eine Firma geht. Der Vater hat vielleicht hart gearbeitet, der Sohne musste das noch nie und ihm fehlt evt. die Perspektive. Nur ein kleiner Denkanstoß, der vielleicht fast schon zu off-topic ist.

  10. migk schrieb am 19. August 2012 um 19:05 Uhr

    Ganz kurz nur, der Beitrag ist unter die Gürtellinie. Das ist kein Journalismus. Dumm, überheblich, nicht informiert. Ich werde den Newsletter abbestellen !

  11. Sinclair schrieb am 15. Juni 2013 um 14:19 Uhr

    Was für eine Aufregung hier in den Kommenatren herrscht. Sind hier Kommentatoren im Dienste der Rechteverwerter unterwegs. Was heißt hier z.B. schlechter Journalismus. Es wurde lediglich eine zulässige Meinung geäußert. Artikel unter der Gürtellinie?? Sind die Antworten hier von Automaten generiert worden?

    Es gibt ja viele Argumente für die Aufhebung der Rechte nach dem Tod:
    1. Das Grundgesetz fordert ein solches Recht in diesem Umfang nicht zwingend.
    2. Wieso sollten Erben an diesen Rechten profitieren? Ein Künstler schreibt doch kein Buch aus der Motivation heraus, ein Urheberrecht zu vererben.
    3. Förderung der Kreativität, Weiterentwicklung der Ideen

  12. Eva Jancak schrieb am 8. August 2013 um 18:30 Uhr

    Nicht so zynisch, bitte

  13. Stefan Lönartz schrieb am 8. August 2013 um 23:43 Uhr

    Vielleicht wäre es besser erst mal ein Buch oder zwei von Hesse zu lesen bevor man solchen Scheiß verzapft. Einfach nur lächerlich…

  14. Frinken schrieb am 10. September 2015 um 16:32 Uhr

    Ihr Artikel erinnert mich an das Niveau der Bild – Zeitung

  15. Hari Patz schrieb am 16. Juni 2017 um 14:11 Uhr

    Werter Herr Tischer,

    ich hatte gerade überlegt, ob ich Ihrem Literatur-Cafe beitreten soll. Dummerweise, ist mir Ihr Artikel über Hermann Hesse als erstes begegnet. Mir ist nicht klar, ob dieser bewusst provokativ gehalten war, oder ob Ihre undifferenzierte Geschmacklosigkeit Methode hat. Jedenfalls ist mein Interesse an Ihrer Arbeit und Web-Seite dadurch schlagartig erlahmt. Wer so respektlos über einen unserer größten Romantiker schreibt, mit dem möchte ich mich nicht gemein machen.

    Ohne Hochachtung
    Hari Patz

  16. Iris Junkers schrieb am 18. Juni 2017 um 12:46 Uhr

    Als Provokation gelungen, ansonsten kann ich mich da nur fragen, ob der werte Verfasser auch Goethe und Schiller mit Blick auf die ihrer Zeit geschuldeten Sprache des Kitsches bezichtigen würde. Und einen Betonklotz in Calw, den es zu Hesses Zeiten noch gar nicht gegeben hat, mit dem Dichter in Verbindung zu bringen – kann man mögen, muss man aber nicht. Alle Achtung, wenn ein fünf Jahre alter Beitrag heute noch so provozieren kann!

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