Heaven is a feeling: Dieter Wellershoff im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009

Foto: Birgit-Cathrin Duval
Religion ist in heutzutage nicht viel mehr als ein Haustier. Oder ein Konsumangebot. Was Dieter Wellershoff an dem Thema Religion dennoch gereizt hat, verrät er im Interview zu seinem neuen Roman.
In “Der Himmel ist kein Ort” bekommt ein Landpfarrer den Verlust seiner traditionellen Deutungshoheit drastisch zu spüren. Entgegen der Überzeugung seines Dorfes verteidigt dieser junger Mann die Unschuld eines (vermeintlichen?) Familienmörders. Je mehr er aber an Überzeugungskraft einbüßt, desto schmerzlicher wird auch der Verlust seines persönlichen Selbstwertgefühls.
Wellershoff versteht seine Pfarrersfigur als Repräsentant der Moderne. Die Welt sei für den Einzelnen immer schwieriger zu verstehen. Und obwohl die alte Straf- und Gesetzesreligion hierzulande durch eine hippe Liebesreligion abgelöst worden sei, können auch die nach Liebe Suchenden für Wellershoff nur noch scheitern. Zentrale Farbe seines Romans sei daher die Himmelsfarbe blau: Sie bedeute gleichzeitig Hoffnung und Illusion.
Dieter Wellershoff: Der Himmel ist kein Ort. Gebundene Ausgabe. 2009. Kiepenheuer & Witsch. ISBN/EAN: 9783462041347. EUR 19,95 (Bestellen bei Amazon.de)
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takkiwrites » Buchmesse Frankfurt – Die Autoren am 16. Oktober 2009 um 15:45 Uhr