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Leckere Donuts im Verlies der Stadtbibliothek

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek [1]Wäre man ein Kind und könnte man noch nicht lesen, würden sich die Bilder dieses Buches wohl auf ewig ins Gehirn brennen. Es ist ein kleines fadengeheftetes Bändchen, das da in der Buchhandlung wartete. Ein dunkles Märchen über ein Verlies im Keller der Stadtbibliothek.

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek [2]Der Junge bringt zwei entliehene Bücher in die Bibliothek zurück. Er will ein weiteres über die Methoden der Steuereintreibung im Osmanischen Reich ausleihen. Doch die drei Bände zu diesem Thema, die man ihm bringt, dürfen das Haus nicht verlassen. So wird der gutmütige Junge, dessen Mutter längst daheim mit dem Essen wartet, genötigt, die Werke im Lesesaal auswendig zu lernen. Der Schafmann führt ihn dorthin.

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek [3]Doch der Lesesaal ist ein Verlies. Der Junge wird angekettet, und der Schafmann backt für ihn die leckersten Donuts, die der Junge je gegessen hat.

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek [4]

Die Geschichte von Haruki Murakami ist verstörend, gruselig, surreal, absurd. Die Zeichnungen von Kat Menschik nehmen ihr nichts, fügen stattdessen eine weitere poetisch-beängstigende Ebene hinzu. Eine halbe Stunde Horror in der einfachen Sprache eines Kinderbuches.

Tamara Beierlein

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek: Erzählung (Taschenbücher). Taschenbuch. 2014. DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG. ISBN/EAN: 9783832162931. EUR 9,99 » Bestellen bei Amazon.de [5]