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Beitrag vom 18. Oktober 2011 | Rubrik: Buchmesse-Podcast 2011, Frankfurter Buchmesse 2011, Literatur online

Forum Blog: Mitschnitt der Diskussionsrunde um Blogs und Verlage – Buchmesse-Podcast 2011

Die Diskussionsrunde beim »Forum Blog« (Foto: Agnieszka Stocker)

Die Diskussionsrunde beim »Forum Blog« (Foto: Agnieszka Stocker)

Zu einer Diskussionsrunde um Internet, Verlage und Blogs hatte am Samstag die Frankfurter Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem literaturcafe.de eingeladen. Obwohl man dazu an den internationalen Verlagen vorbei bis in die hintere Ecke der Halle 6.1 kommen musste, fanden sich weit über 80 Zuhörer ein, um das Gespräch zu verfolgen. Wie nutzen Verlage das Web zur Kommunikation mit dem Leser? Wie wehrt man die hohe Nachfrage nach Rezensionsexemplaren ab? Und warum funktionieren Twitter und Facebook nicht immer?

Hören Sie den Mitschnitt der Veranstaltung im Podcast des literaturcafe.de.

Nur wer in Communities einzahlt, bekommt auch etwas heraus

Vor der Diskussionsrunde über Blogs und Verlage begrüßte Moderator Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de zwei ganz spezielle Gäste: Kathrin Passig und Aleks Scholz berichteten aus Autorensicht über ihre Erfahrungen mit Verlagen und dem Marketing ihres Buches. Passig und Scholz sind nicht nur Blogger und Internet-Profis, sie lasen auch beide sehr erfolgreich beim Bachmann-Wettbewerb und waren auf der Messe, um »Das neue Lexikon des Unwissens« zu präsentieren, das bei Rowohlt erschienen ist.

Nicht weil ihre Berichte auf der Buchmesse geheim bleiben sollen, sondern schlichtweg, weil das Aufnahmegerät noch nicht lief, fehlt im Mitschnitt leider der Anfang des Gesprächs.

Daher sei glücklicherweise darauf verwiesen, dass alle, die sich fürs neue Lexikon des Unwissens interessieren, demnächst auf literaturcafe.de ein ausführliches Interview mit den beiden anhören können.

Gerade noch rechtzeitig lief die Aufnahme bei der Frage, was Kathrin Passig und Aleks Scholz den Autoren als Web-Aktionen empfehlen können, die keinen Vertrag bei Rowohlt haben und ihr Werk vielleicht im Alleingang z.B. als Kindle-Buch veröffentlicht haben.

Erfolgsrezepte kennt natürlich keiner, doch Kathrin Passig brachte es auf den Punkt, dass man in die Communities erst etwas einzahlen müsse, um wieder etwas herauszubekommen. Wer erst dann Twitter, Facebook & Co nutze, wenn er etwas zu verkaufen habe, zuvor aber dort nie präsent war, der wirke wenig glaubwürdig.

Nach diesen Spezialgästen ging es weiter mit der größeren Diskussionsrunde. Zu Gast auf der Bühne waren Tina Pfeifer, die beim Bastei Lübbe Verlag den Bereich Online-PR betreut, Caroline Lauth vom Marketing der S. Fischer Verlage, die in ähnlicher Funktion tätig ist. Mit Andrea Diener saß eine der renommiertesten deutschen Buch-, Literatur- und Kulturbloggerinnen auf der Bühne. Neben ihrem eigenen Blog schreibt sie auch für die Blogs der FAZ, u.a. für »Überdruck« zusammen mit dem berüchtigten Don Alphonso. Cao Hung Nguyen, der vierte Teilnehmer der Runde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit bloggdeinbuch.de Blogger und Verlage zusammenzubringen.

Wer interessiert sich schon für die Verlage?

Beide Verlagsmitarbeiterinnen betonten, dass es wichtig sei, themen-, bücher- oder autorenbezogen zu agieren. Im Allgemeinen interessiere sich niemanden für den Verlag an sich, ausgenommen Branchenvertreter. Man müsse den Leuten Themen und Zusatzmaterial an die Hand geben, so Caroline Lauth.

Andrea Diener bekomme von den Social-Media-Aktivitäten der Verlage wenig mit. Sie orientiere sich lieber an anderen Leuten oder Blogs und schaue, was dort gelesen werde und »im Schwange« sei. Was von Verlagen käme sei doch nur Marketing oder PR. Das müsse dann nicht auch noch in der Facebook-Timeline auftauchen, so ihre persönliche Bewertung.

»Wir haben die Autoren, und mit denen können wir unheimlich viel machen«, meint Tina Pfeifer von Lübbe. Natürlich müsse man dies koordinieren, da auch immer mehr Autoren selbst aktiv werden, doch noch längst nicht alle. Ein Autor, der selbst im Netz agiere, wirke jedoch glaubwürdiger.

»Blogger sind Dienstleister« – Sind Blogger Dienstleister?

Bei bloggdeinbuch.de können sich Blogger darum bewerben, Rezensionsexemplare zu erhalten, die Verlage zur Verfügung stellen. Wird die Bloggerin oder der Blogger ausgewählt, hat sie oder er 30 Tage Zeit, einen Beitrag zum Buch zu schreiben.

Aber sei dies nicht nur eine einfache Möglichkeit, damit sich die Verlage die vielen »Bücher-Schnorrer« vom Hals halten, wollte Moderator Wolfgang Tischer wissen. Also Leute, die schnell ein Blog bei wordpress.com einrichten, um ein Buch gratis zu erhalten, dass man ohnehin lesen wollte? Immerhin bekomme ein Verlag von Bloggern bis zu 19 Anfragen nach kostenlosen Rezensionsexemplaren pro Tag.

Cao Hung Nguyen sieht das nicht so negativ: »Blogger sind wie Dienstleister«, so Hung.

Natürlich kommt das auf das Selbstverständnis des einzelnen Bloggers an. »Ich würde das nicht sein wollen«, meint Andrea Diener. Ein Blog funktioniere ihrer Meinung nach immer noch ein bisschen anders. Es müsse sich ein Thema aufdrängen.

Qualität und Reichweite – aber was tun bei Verriss?

Einige Blogger würde man sicher vor den Kopf stoßen, wenn sie erst mal Bewerbungsformulare ausfüllen müssten, meint Caroline Lauth von S. Fischer. Dort habe man ein System erstellt, um die Relevanz eines Blogs zu prüfen. Wichtig seien Qualität und Reichweite, also Vernetzung »nach draußen« und nicht nur innerhalb eines kleinen Web-Zirkels.

Aber was macht eine gute Blog-Besprechung aus? Und wird ein Verlag einen Blogger nochmals beliefern, wenn seine Kritik negativ ausgefallen ist?

Wir wünschen gute Unterhaltung beim Anhören des Mitschnitts vom 15. Oktober 2011!

1 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Gerhard Schröder schrieb am 19. Oktober 2011 um 08:22 Uhr

    Ein weiterer Beitrag zu der Veranstaltung befindet sich im Blog der deutschen Buchmesse:

    http://blog.buchmesse.de/blog/de/2011/10/16/verlage-kein-blogger-und-websites-im-gesprach/

    Viele Grüße aus Essen,

    Gerhard Schröder

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