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Beitrag vom 25. Januar 2011 | Rubrik: Notizen

Facebook: Dieser Beitrag wurde anonymisiert

Eine Facebook-Anwendung will Zugriff auf Ihre DatenHier stand ein Artikel, der anhand eines prominenten Beispiels aus dem Verlagsbereich erläuterte, welchen Zugriff sogenannte Facebook-Applikationen auf die Datenprofile der dortigen Mitglieder haben.

Obwohl im Artikel deutlich darauf hingewiesen wurde, dass eine solche Datengewinnung in keiner Weise illegal oder »ungesetzlich« sei und die im Beispiel genannte Firma sich verpflichtet hat, die Daten nicht an Dritte weiterzugeben, haben wir uns dazu entschlossen, den Artikel in dieser Form vom Netz zu nehmen.

Losgelöst von diesem anschaulichen Beispiel – und somit leider auch von dem für uns relevanten Buch- und Verlagsbereich, lesen Sie daher hier die allgemeinen Passagen aus dem Artikel.

Von Kundenbindung und Datensammeln

Kleine Spielchen, Quizfragen und Anwendungen sind bei Facebook beliebt. Es muss nicht immer Farmville sein, auch kleinere Unternehmen bieten so genannte Facebook-Apps an.

Neben der Kundenbindung steht dabei vor allen Dingen das Sammeln von Daten im Vordergrund. Denn worüber sich die wenigsten Facebook-Nutzer bewusst sind: Die Mini-Anwendungen haben Zugriff auf private Daten, die normalerweise nur Facebook-Freunde sehen dürfen.

Aufgrund der »sozialen Medien« sind »normale« Web-Gewinnspiele nur noch zweite Wahl. Die Qualität der »Datenernte« ist auf Facebook wesentlich besser. Denn bei herkömmlichen Gewinnspielen machen die Teilnehmer oft falsche Angaben, damit hinterher nicht Hausbriefkasten oder eMail-Postfach überquellen. Bei Facebook läuft das Datensammeln diskreter ab.

Tipps und Hinweise, wie man Gewinnspiele am besten durchführt, haben wir vor kurzem in einem Video vorgestellt. In diesem Video ist das »elegante Datensammeln« via Facebook-App ca. ab Minute 16 thematisiert.

Facebook reicht Daten an Dritte weiter

Eine Anwendung will Zugriff auf Ihre Daten

Eine Anwendung will Zugriff auf Ihre Daten (Mit Klick vergrößern)

Wer bei Facebook einer solchen Anwendung Zugriff auf sein Profil erlaubt, dem ist oft gar nicht bewusst, dass der Anbieter der Anwendung nun auf viele persönliche Daten zugreifen kann. Neben dem Namen, der eMail-Adresse, dem Wohnort, den Netzwerken und der Freundesliste kann künftig festgehalten werden, wie oft man das Spiel aufruft und mit wem man dort interagiert.

 

 

Erst letzte Woche stand Facebook in der Kritik, da der US-Werbevermarkter und Datenhändler den Apps klammheimlich Zugriff auf Postadresse und Handynummer erlaubte. Facebook nahm daraufhin diese Erlaubnis vorerst wieder zurück.

Häufig lassen sich die Anwendungen zusätzlich das Recht erteilen, Werbemails zu senden und automatisch Einträge auf der Pinnwand des Mitglieds zu erstellen. Somit erfahren die »Freunde« von den Spiel-Aktivitäten. Wie ein Virus pflanzt sich die Anwendung ins soziale Netzwerk und fordert zum Mitmachen und Bewerten auf.

Denn das ist das Facebook-Prinzip: Mitglieder rücken ihre privaten Daten freigiebiger raus, wenn sie damit scheinbar Freunden einen Gefallen tun.

Wer liest schon all das Kleingedruckte?

Ruft man eine solche Anwendung auf, erfolgt ein Hinweis, dass diese sich nun Zugriff auf das eigene Profil verschaffen wird. Wer hier nicht zustimmt, darf sie nicht nutzen. Die Nutzer klicken solche Meldungen mittlerweile fast schon automatisch ungelesen weg.

Zudem achtet Facebook darauf, dass diese Meldungen harmlos klingen. Da werde nur auf »allgemeine Daten« zugegriffen, als ob das der Gegensatz zu »persönlichen Daten« wäre, und es ist lapidar von »und alle anderen Informationen, die ich mit Allen teile« die Rede.

Facebook-Nutzer übertragen ohnehin schon die Nutzungsrechte an sämtlichen hochgeladenen Texten und Bildern an den US-Werbevermarkter. Theoretisch könnte Facebook die privaten Partybilder seiner Nutzer auch als TV-Spot senden.

Um es deutlich zu sagen: Mit den Facebook-Applikationen lassen sich keine Daten illegal ermitteln oder unerlaubt gewinnen. Die Daten und die Art, die Anbieter von Applikationen Daten via Facebook gewinnen, dürfte nach Deutschem Datenschutzrecht zulässig und in keiner Weise illegal sein. Indem der Nutzer der Anwendung Zugriff auf das eigene Profil erlaubt, stimmt er oder sie der Nutzung zu.

Facebook-Nutzer sollten sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass Facebook-Anwendungen Zugriff auf die oben genannten Daten haben und das Kleingedruckte im Zweifelsfall gut durchlesen und erst dann entscheiden, ob sie einem Anbieter die im Artikel genannten Daten weitergeben wollen.

Ansonsten existiert immer noch die beste Art, seine Daten zu schützen: Was man im Facebook-Profil nicht angibt, kann dort auch niemand auslesen.

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