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Beitrag vom 8. Mai 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Buchtipp: Erinnerungen an den Packraum 2003-2007

Das Beste aus dem Packraum 2003-2007»Der Packraum« wurde 2007 geschlossen. Leider. Es war ein Weblog mit »Notizen aus den Niederungen des Buchhandels«, das es auch nicht ansatzweise ein zweites Mal gab und gibt.

Eine bis heute anonym geblieben Sortimentsbuchhändlerin, die sich selbst »Die Packerin« nennt, schrieb mit wunderbar respektloser Ironie über sonderbare Buchtitel, Klappentexte, Verlage, Kunden und über den Alltag einer Buchhändlerin schlechthin, die überwiegend Bücher auspackt oder an die Verlage zurückschickt und sich dabei so ihre Gedanken macht.

Jetzt gibt es die Texte aus den Jahren 2003 bis 2007 in Buchform. Wer im Buchhandel arbeitet, der muss dieses schmale Bändchen einfach haben. Enthalten sind darin die undatierten Blogeinträge. Es gibt kein Vor- und kein Nachwort, das Cover ist grau und unscheinbar gestaltet. Dafür amüsiert man sich beim Lesen umso mehr.

Da gibt es herrliche Texte wie zum Beispiel »Klappentexte und was sie wirklich bedeuten«

Kultautor – ein Niemand, den wir groß herausbringen wollen

ihr persönlichstes Buch – voll von Gejammer und autobiografischen Details, die keiner lesen will

nominiert für den skandinavischen Krimipreis – landete auf dem letzten Platz

da gibt es eine kleine »Typologie des Buchkäufers«, ein »ABC des Buchhandels« mit Einträgen wie

Stammkunde: wenn jemand sagt: »Ich bin Stammkunde bei Ihnen«, hat man ihn nie zuvor gesehen

Anmerkungen zum Weihnachts-und Schulbuchgeschäft

Schulbuchgeschäft ist nerviger als Weihnachtsgeschäft. Das einzige Gute daran ist, dass man Schulbücher nicht als Geschenk verpacken muss.

und Tipps für Psychospiele an der Kasse

Frage: Möchten Sie eine Tüte?
Ergebnis: Der Kunde will eine Tüte.

Frage: Möchten Sie eine Tüte oder geht es auch so?
Ergebnis: Der Kunde will keine Tüte.

Funktioniert praktisch immer. Ausprobieren!

Dinge, die nerven, wie

Autoren, die »in München und auf Mallorca« oder »in Hamburg und New York« leben, während du selbst dir nur eine Miniwohnung in einer uncoolen Kleinstadt leisten kannst

Ergänzt ist das kleine Bändchen um Texte, die nicht im Blog, sondern als Kolumne für www.langendorfs-dienst.de verfasst wurden.

Das Weblog selbst ist zwar noch unter packraum.log.ag erreichbar, jedoch ist es uns nicht mehr gelungen, dort die älteren Beiträge über den Kalender aufzurufen. Ein Grund mehr also, warum man dieses Bändchen haben muss.

2007 beendete die Packerin ihr Blog. Als Grund gab sie an, dass ihr die Ideen ausgehen und sich die Themen langsam wiederholen.

Das ist schade, denn ein solch pointiertes, witziges und selbstkritisches Weblog, dem man anmerkte, dass die Packerin ihren Beruf dennoch liebt, fehlt. »Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn« ist kein wirklicher Ersatz, geht es dort doch fast ausschließlich um nervende und unhöfliche Kunden. Am Anfang interessant, irgendwann aber langweilig.

Der Packraum bot hier ein breiteres Spektrum, das man nun nochmal auf Papier nachlesen kann. Erschienen ist es übrigens bei BoD, das die Autorin selbst in ihrem Buch definiert als

Bücher optimistischer Dilettanten.

Die Packerin: Das Beste aus dem Packraum 2003-2007: Notizen aus den Niederungen des Buchhandels. Taschenbuch. 2008. Books on Demand. ISBN/EAN: 9783837028096. EUR 5,90

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  1. Blogbücher - Weblogs mit ein paar Klicks in Bücher verwandeln « krimi.krimi verlinkte am 22. Juni 2008 um 20:46 Uhr

    [...] Fotobuch, Geschenke, POD, Weblog Dass aus einem Weblog ein Buch entsteht, kommt ja immer wieder einmal vor. Allerdings, so habe ich das verstanden, war da einiges an Handwerk dazwischen: Texte [...]

  2. Die Packerin: Das Beste aus dem Packraum 2003 – 2007 « LeseLustFrust verlinkte am 7. Juli 2009 um 22:26 Uhr

    [...] weitere Meinung zu dem Buch zu dem Buch habe ich beim Literaturcafe gefunden, und von mir gibt’s eine klare Empfehlung. Einziger Kritikpunkt: 72 Seiten sind viel zu [...]

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