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Beitrag vom 9. März 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

»Ein von den Medien aufgeblasener Chatraum mit Animation«

Noch im Bau: Der Online-Shop von BOLMan darf vom Newsletter der Frankfurter Buchmesse sicherlich keine journalistische Qualität erwarten. Schließlich schreibt man dort Pressemeldungen der Verlage ab und verkauft sie, als habe sich die Redaktion des Newsletters tatsächlich beispielsweise in Second Life umgesehen, um Verlagen und Autoren Marketingmöglichkeiten aufzuzeigen. Wäre man wirklich dort gewesen, so würde man nicht schreiben, dass die Hörlounge des DAV im NEON-Club zu finden sei. Das stand zwar in der Pressemeldung, stimmt aber nicht mit der fiktiven Wirklichkeit von Second Life überein. Wäre man dort gewesen, hätte man’s gemerkt.

Demnächst eröffnet auch die zum Douglas-Konzern gehörende Online-Buchhandlung BOL einen virtuellen Shop in Second Life. Aktuell wird noch fleißig gebaut. Die Eröffnung ist für den 16. März geplant. Wir waren heute schon einmal dort und haben bei den Bauarbeiten zugesehen. Interessant und bemerkenswert, dass man den BOL-Shop mit eigenen Mitteln und Mitarbeitern verwirklicht, denn für die Umsetzung ist der hauseigene Web- und Grafikdesigner zuständig, der sich die Baukenntnisse selbst beigebracht hat. So versenkt wenigstens BOL keine weiteren externen Mittel in der digitalen Welt.

Ganz anders die Europäische Union, die offensichtlich demnächst Steuergelder für den digitalen Mumpitz ausgegeben will. Gebt doch statt dieser Spielerei jedem EU-Bürger ein Eis aus, empfiehlt zu Recht medienrauschen.de.

Zum Glück gibt es beim Handelsblatt noch Journalisten, die sich nicht an der medialen Sexorgie beteiligen. Thomas Knüwer schreibt in seinem Weblog über das wahre Leben im zweiten: Auch wenn die Firmen auf die sparsam vorhandene mögliche Kundschaft zugehen, die sich angeblich in Second Life tummeln soll: Je näher sie auf die Konsumenten zugehen, desto schneller hauen die ab. Die meisten Firmenvertretungen sind ganztägig leergefegt und bieten ein traurig-peinliches Bild. … Damit will ich nicht sagen, dass Second Life nicht ohne Faszination ist. Aber letztendlich ist es ein von den Medien aufgeblasener Chatraum mit Animation.

4 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. margoline schrieb am 11. März 2007 um 14:53 Uhr

    “Aber letztendlich ist es ein von den Medien aufgeblasener Chatraum mit Animation.”

    Endlich mal ein vernünftiges Statement zu SL!
    Ich dachte schon, die echte Welt verliert an Urteilskraft.

  2. BigBummi (Rolf Ge... schrieb am 20. März 2007 um 14:12 Uhr

    Hallo Freunde,

    muss ich hier den Kommentar in voller Länge eintragen oder reicht ein Link?

    http://bigbummi.blogg.de/eintrag.php?id=182

    Mit freundlichen Grüßen

    BigBummi

  3. rita schrieb am 20. März 2007 um 22:30 Uhr

    Auch Mario Sixtus hat einen lesenswerten Artikel über die Realität im ach-so-tollen Second Life geschrieben, den es zu lesen lohnt:
    http://www.sixtus.net/index/P856/

  4. Thorus schrieb am 2. Mai 2007 um 00:48 Uhr

    Ich warte immer noch auf den BOL-Auftritt .. oder ist der schon wieder verschwunden, und ich hab ihn nur verpasst ?=)

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