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Beitrag vom 8. Mai 2012 | Rubrik: E-Books, Self-Publishing

E-Book-Autor Xander Morus: »Reichtumsträume sind erst mal verschoben«

Xander Morus: Ausschnitt aus dem Cover »Horror Stories«Obwohl zunächst geplant, hat Xander Morus seine Kurzgeschichten nicht an Verlage und Agenten geschickt, sonder gleich via Amazon als Kindle-E-Books veröffentlicht.

Das hatte Erfolg und brachte dem Autor durchaus ein paar Euros im Monat ein. Doch der Markt scheint sich zu ändern und die Umsätze stagnieren.

In seinem Gastbeitrag für das literaturcafe.de beschreibt Xander Morus mögliche Ursachen und nennt die drei Dinge, die ein E-Book erfolgreich machen.

Willkommen im Paradies: Das eigene E-Book

Artikel über selbstpublizierende Kindle-Autoren sind meist Erfolgsgeschichten. Die unbekannten Chartstürmer tauchen plötzlich an jeder Ecke auf.

Aber wie sieht es eigentlich mit den vielen Nobodies aus, die E-Books bei Kindle veröffentlichen und nicht ständig in den Bestsellerlisten oder Artikeln vertreten sind?

Lohnt es sich, ein unbekannter Kindle-Autor zu sein, oder sind die paar Euro, die 99 Cent Kurzgeschichten einbringen, den ganzen Aufwand und die Zeit nicht wert, die man investiert?

Anfang August 2011 habe ich als völlig Unbekannter die ersten E-Books eingestellt, und im März kann ich eine erste Bilanz ziehen. Zunächst einmal bin ich völlig unbekannt geblieben, reich bin ich natürlich auch nicht geworden, aber ja … tatsächlich, es kommt was zusammen.

Das ist vermutlich die wahre Revolution, die Kindle und das E-Book bedeuten. Ein Paradigmenwechsel im Verlagswesen, wie es ihn seit über dreißig Jahren nicht gegeben hat.

Bis vor wenigen Jahren – oder sagen wir sogar Monaten – war der unbekannte Autor am Ende der Nahrungskette. Von Großverlagen ignoriert, um Abdrucke in Zeitschriften bettelnd und ständig in Gefahr, doch noch auf einen Zuschussverlag hereinzufallen. Wer schreibt, der bleibt, hieß es – und zwar zu Hause und allein. Marginal hat sich in den letzten Jahren etwas durch die Agenten verändert. Vielleicht seit zehn Jahren haben die Agenturen enorm an Bedeutung gewonnen, und wer bis vor einem Jahr ein Autor war, der noch Manuskripte an Verlage schickte anstatt an eine Agentur, dem war wirklich nicht mehr zu helfen.

Xander Morus: Ausschnitt aus dem Cover »Satan«Eine Tante überraschte mich noch im letzten Sommer damit, dass endlich scheinbar ein großer Verlag (»Goethe, Frankfurt!«) ihre Gedichte akzeptiert hätte und sie in einer Anthologie veröffentlichen wolle. Gegen eine geringe Selbstbeteiligung, die natürlich viele Autoren zahlen, versteht sich.

Mein Hinweis auf Zuschussverlage ließ sie aus allen Wolken fallen. Ich selbst habe Zuschussverlage zwar immer gemieden, aber schon seit Jahren will ich endlich einen Roman an einen Agenten schicken, um »entdeckt« zu werden.

Das war bis August 2011 mein Stand und Plan. All das hat sich in wenigen Monaten völlig verändert. Ich verschwende keinen Gedanken mehr daran, etwas an einen Agenten zu schicken oder ein Buch bei einem Print-on-Demand-Dienstleister drucken zu lassen.

Geld und emotionale Achterbahnfahrten frei Haus

Amazon hat Anfang des letzten Jahres mit Amanda Hocking einen schönen Köder ausgelegt und damit das Versprechen, mit E-Books zum unabhängigen Autor zu werden, grotesk überzogen, aber etwas passiert beim Kindle und vermutlich bei der ganzen E-Book-Revolution:

Ich finde Leser und verdiene Geld. Und ich bekomme eine emotionale Achterbahnfahrt gratis frei Haus …

Mein erstes E-Book »Die Insel« verkauft sich ca. 20 bis 30 Mal im Monat. »Satan« ist ein kleiner Hit, denn davon habe ich mehrere Hundert E-Books verkauft, die anderen Bücher (fast alle Kurzgeschichten) gehen ebenfalls etwa 30 bis 40 Mal über die digitale Ladentheke.

Was waren nun meine Einnahmen? Ziemlich genau zwischen 70 und 90 Euro im Monat. Tendenz steigend. Das ist natürlich nichts, aber dafür, dass es Kurzgeschichten sind und ich völlig unbekannt bin, ist das ein Erfolg.

Wie lange muss ich bei einem Verlag oder einem Agenten warten, bis ich Geld sehe? Ein halbes Jahr, ein Jahr? Wenn überhaupt?

Wundermaschine Selfpublishing?

Wie funktioniert es nun?

Genau so nicht, wie es immer zu lesen ist. Und das ist es, was mich am meisten irritiert:

Die sozialen Netzwerke scheinen tatsächlich völlig überschätzt zu sein. Facebook? Nothing! Xander Morus hat kaum Freunde bei Facebook. Twitter? Ein Dutzend Follower – ebenfalls vernachlässigbar – wenn Twitter auch etwas leicht Anderes ist. Durch die Einbindung der Autorenseite bei Amazon scheint sich da zumindest marginal etwas zu bewegen. Dennoch: Die beiden bisher hochgehaltenen Fackeln des Online-Marketings drücken sich nicht in konkreten Zahlen aus.

Weiter: Rezensionen? Blogeinträge? Da tut sich auch nichts. Mein Aufruf nach Testlesern für Gratisexemplare wurde nur von einer Leserin angenommen. Ein Blog scheint ebenfalls nicht sinnvoll, ich kenne zumindest kein Autorenblog (außer das von J. A. Konrath), das wirklich viele Leser erreicht. Und erst recht kein deutsches.

Den Preis auf 0 Euro setzen (möglich durch Amazons KDP-Select-Programm)? Ja, man hat plötzlich signifikant mehr Downloads, aber auch das ist ein Trugschluss. Mein Eindruck ist, wer Bücher umsonst herunterlädt, der oder die sammelt, liest diese aber nicht.

Und selbst der 99 Cent Deal ist ein zweischneidiges Schwert. Auch hier werden viele Bücher nicht gelesen. Eine kleine, einfache Regel scheint zu sein: Wer Bücher kostenlos oder preiswert anbietet, findet Downloads und vielleicht Leser, verdient aber kein Geld.

Erfolgsfaktoren für den Buchverkauf

Wie lässt sich nun so ein kleiner Erfolg erklären?

Es ist die einfachste Kombination, mit der Bücher seit 400 Jahren verkauft werden.

Es zählen Genre, Cover und der Preis.

Genre findet immer Leser. Das ist eine goldene Regel in der Verlagsbranche. Thriller, Liebesromane etc. Wenn man ein Promi ist, kann man es mit einer Lebensbeichte versuchen. Aber Fakt ist: In den großen Regalen liegen die historischen Schmöker, die Ein-Wort-Titel-Thriller und die »heiteren« Romane. Mit meinen Horrorgeschichten bin ich damit sogar etwas außen vor, aber das Etikett Genre passt.

Ich lege Wert auf meine Cover, investiere Geld in die Fotos, gestalte sie aber selbst. Dabei lasse ich mir viel Zeit. Das sind Stunden, die ich noch lange nicht finanziell herausbekomme. Es ist eine Binsenweisheit, dass man ein gutes Cover haben sollte. Gerade bei Genreliteratur ist das ein Gesetz.

Xander Morus: Ausschnitt aus dem Cover »Die Insel«Der Preis war und ist schwierig. Mit 99 Cent hatte ich genauso viele Downloads wie mit 1,50 Euro. Trotzdem: Eine Kurzgeschichte unter 10.000 Wörtern sollte nicht mehr als 99 Cent kosten. Wie rechtfertige ich nun die leicht erhöhten Preise? Ein Versuch ist es, das Hörbuch zu den Geschichten kostenlos anzubieten. Jetzt habe ich zumindest ein besseres Gefühl. Es schien allerdings auch so, dass die 99 Cent langsam Leser abschrecken. Im Januar gingen die Verkäufe der 99-Cent-Bücher zurück.

Deshalb meine Regel: Ein leicht erhöhter Preis, sodass niemand auf die Idee kommt, ich möchte etwas verramschen. Im Gegenzug biete ich Lesern in jedem Buch kostenlose Rezensionsexemplare an.

Den letzten Push gibt dann aber Amazon mit der, wie soll man es anders ausdrücken, intelligenten Webseite. Durch die Stichworte und Kaufvergleiche (»Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch«) bin ich mit Dutzenden anderen Autoren meines Genres vernetzt. Ich kann nur vermuten, dass dadurch konstante Zahlen zustande kamen. Das wäre also die Innovation der Neuzeit. Das automatisierte Marketing von Amazon, mit dem kein Händler bisher mithalten kann.

So weit, so wundervoll, aber auch diese Erkenntnisse haben ein Verfallsdatum.

Reality Bites: Die Wirklichkeit des Selbstverlegers

Was Innovation ist, kann auch Fluch sein. Das Kindle-Experiment änderte sich buchstäblich monatsweise. Im Dezember 2011 und Januar 2012 habe ich Rekordzahlen geschrieben. Der Januar explodierte förmlich und spülte Einnahmen von mehreren Hundert Euro in die Kasse. Der Durchbruch schien da, meine E-Books haben mir den Kindle-Reader finanziert. Das war von Anfang an mein Ziel.

Und dann?

Nichts! Februar und März fallen zurück auf absolutes Vorjahresniveau. Meine Verkaufsberichte frieren förmlich ein. Was ist passiert? Die Masse hat Kindle entdeckt. All die, die sich vermutlich zu Weihnachten über einen Reader freuten, probieren es jetzt selbst aus.

Kurze Texte wilder Couleur, Mini-Thriller und alte Groschenromane überschwemmen den E-Book-Markt.

Es sieht momentan fast nach einer Blase aus. Meine Kurzgeschichtensammlung für 3,99 stürzte ab. Der momentan akzeptierte Höchstpreis scheint 2,99 Euro zu sein. Die Charts wimmeln wieder von 99-Cent-Books, und am schnellsten wandeln sich die Gratis-Charts. Das Gratisprogramm von KDP-Select hat ein Fegefeuer entfacht, und Bücher werden in Massen kostenlos heruntergeladen.

Bittere Erkenntnis: Momentan ist es schwieriger denn je, wenn man mit Kindle nur Geld verdienen will. Was vermutlich gerade jetzt möglich ist, ist der Versuch, sich als Autor günstiger Geschichten zu etablieren. Ich habe alle meine E-Books runtergesetzt und jetzt verkaufe ich wieder, aber bei 99 Cent sind die Reichtumsträume erst mal verschoben. Man kann nur hoffen, dass man sichtbar bleibt.

Und noch etwas passiert: Die Leser werden kritischer. Gerade kostenlose E-Books bekommen schlechte Rezensionen. Ein interessanter psychologischer Prozess beweist sich hier: Was wir bezahlt haben, ist uns mehr wert und wird nachsichtiger gesehen als etwas, das gratis ist.

KDP-Select ist also Segen und Fluch, und die Achterbahn ist in vollem Gang: Wer jetzt Selfpublisher ist, findet schnell viele Leser. Das ist momentan der Lohn. Und in den amerikanischen Foren macht sich langsam eine Weisheit breit: Only the creme will stay on top … Keep floating the market …

Xander Morus

Xander Morus ist das Pseudonym eines Universitätsangestellten aus Bayern. Er schreibt mit Vorliebe Horror-und Thrillergeschichten, liebt bayerisches Bier, H.P. Lovecraft und Youtube-Videos von alten Computerspielen.

Die Bücher von Xander Morus bei amazon.de »

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16 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Thomas Knip schrieb am 8. Mai 2012 um 10:33 Uhr

    Oh, dazu könnte man jetzt so viel schreiben … Nur drei Punkte:
    Die “Binsenweisheit Cover” kann man getrost vergessen. Es sind sehr viele eBooks mit grottig schlechten Covern gut platziert; hier hat sich ein Paradigmenwechsel beim Spontankauf der Leser vollzogen. Ein gutes Cover ist immer noch besser als ein schlechtes – aber man darf es beim eBook nicht überbewerten.
    Die “Verlockung Amada Hocking” bzw. John Locke, bzw. J. A. Konrath muss man natürlich auch konsequent zu Ende verfolgen. Alle betonen eines: “Schreibt, schreibt, schreibt!” Alle drei haben über die Menge an Titeln die Masse an Verkäufen gehabt. Alle drei haben sich lange Zeit durchgebissen und eine Leserschaft aufgebaut. Zähigkeit entscheidet über den Erfolg.
    Genre ist ein kritischer Punkt, insofern sollte Xander auch die Schwachstelle bei sich sehen. Was sich verkauft sind Krimi/Thriller, Science-Fiction und Erotik. Wer sich in anderen Genres tummelt, muss zäh sein, siehe Punkt 2.

  2. Cornelia Lotter schrieb am 8. Mai 2012 um 13:50 Uhr

    Auch ich habe seit Juli 2011 meine Erfahrungen mit KDP gemacht. Sehr gute Erfahrungen, zugegeben, die monatlichen Verkäufe gehen bei Weitem über die Zahlen von Xander Morus hinaus. Allerdings blicke ich die Mechanismen bei amazon noch nicht ganz, warum ziehen z.B. die Verkäufe nach einer Gratis-Aktion i.d.R. an? Für mich ist es ein Glücksfall, denn ich kann als Vielschreiberin sowohl Schubladenromane veröffentlichen, als auch direkt auf den vermuteten Bedarf des Marktes zugeschnittene neue Bücher produzieren. Alles übrigens genremäßig geordnet unter 2 Pseudonymen.

    Allerdings würde ich nicht von dem traditionellen Weg (Agentur/Verlag) abgehen und nur noch mein Glück im SP suchen. Parallel veröffentliche ich in Kleinverlagen, biete neue Projekte Agenturen an, um vielleicht auch mal bei einem Publikumsverlag Glück zu haben, und veröffentliche sogar bei einem reinen E-Book-Verlag. Diese vielen Standbeine sollen es mir ermöglichen (und ich halte das durch KDP durchaus für realistisch), in wenigen Jahren vom Schreiben leben zu können.

    Ach ja, und was die Zahlen betrifft: seit Ende Juni habe ich fast 6000 € verdient mit amazon, nicht ganz schlecht, wie ich finde.

  3. Martina Sevecke-Pohlen schrieb am 8. Mai 2012 um 15:03 Uhr

    Nach der in den deutschen Medien als Wunder verbreiteten Geschichte von Amanda Hockings Erfolg glaubten viele, dass sie ebenso schnell Erfolg haben würden. Selbstständigkeit und freiberufliche Tätigkeit entwickeln sich langsam und zäh. Man frage den Schreiner oder den Versicherungsvertreter. In Deutschland strebt man Sicherheit an und träumt vom schnellen Geld. Aber auch als unabhängiger Autor oder Kleinverleger muss man sich erst einmal eine Basis schaffen, bekannt werden, und dann … vielleicht Erfolg haben. Allerdings muss man sich auch fragen, worin Erfolg bemessen wird. Ausschließlich in einkommen? Oder eben in Freiheit?

  4. Niels Gerhardt schrieb am 10. Mai 2012 um 10:43 Uhr

    Ich stimme zu. Cover, Genre und Preis müssen stimmen. Aber wesentlicher noch, ist eben auch eine gute Geschichte, insbesondere weil dem Selbstpublisher der Makel anhaftet, bei einem Verlag abgeblitzt zu sein und man sein Heil in der Flucht in die Selbstverlegerei sucht. Ergo: Das kann ja nichts sein. In meinem Fall: Ich habe nie versucht, einen Verlag zu finden und werde es auch nicht.

    Was die Zahlen angehen: Meine Erfahrungen mit meinem Roman sind andere. Seit knapp einem Monat ist SECHS bei Amazon erhältlich und seit rund zwei Wochen bin ich in den Top 10. Ich verkaufe pro Tag zwischen 200 und 300 Bücher. Aber interessanter noch: Die “analoge Welt” wird aufmerksam. Ich schreibe das, um zu sagen: Es geht. Nur nicht aufstecken.

  5. Georg Friedrich schrieb am 11. Mai 2012 um 14:56 Uhr

    Naja die Rezensionen der Bücher von Xander Morus sind eher durchshcnittlich, ich habe zwei davon gelesen- ganz nett, aber auch nichts besonderes.
    Halt Groschenromane nur noch billiger. Warum soll man mit Groschenromanen ein Millionär werden?

    Ich bin kein Autor und will die Leistung gar nicht in den Dreck ziehen. Ich würds nicht so hinbekommen.
    Aber es ist halt kein nächstes Faust oder wenigstens Harry Potter, ich wäre da schon sehr froh mit dem Hobby paar Euro zu verdienen.

    Früher konnten die allermeisten Autoren ihre Werke gar nicht publizieren oder gar Geld machen, nun hat man auch als “kleiner” Autor paar Leser und paar Euro. Toll. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist?!

    Kleiner Tipp: ich will ein ordentliches eBook haben und dazu gehört auch eine ordentliche Konvertierung.

    “Alternatives Ende in L.A.” zum Beispiel hat weder ein verlinktes Inhaltsverzeichnis noch sieht man auf dem Kindle Bildschirm wie weit das nächste Kapitel entfernt ist.

    Inhalt, Preis, Cover, Formatierung sind halt wichtig.

  6. xm schrieb am 11. Mai 2012 um 15:14 Uhr

    schreiben sie mir ihre kritik ruhig ausführlich, ich bessere immmer wieder nach, aber wie soll man einstellen, dass man sieht wie weit das nächste kapitel entfernt ist?

    ich mag groschenromane, will aber sicherlich mehr leser erreichen… ist eben work in progress

  7. Georg Friedrich schrieb am 11. Mai 2012 um 15:48 Uhr

    Ne das mit “Groschenromanen” war auch nicht böse gemeint und Spaß machen können sie ja auch.
    Und natürlich kann man dadurch auch seine Fähigkeiten verbessern um größere Werke zu schreiben.

    Wegen der Formatierung- so leicht scheint es wirklich nicht zu sein, da das Problem recht viele Autoren betrifft.
    Und ob man sich als Hobby Autor stundenlang damit beschäftigen will, ist eine andere Frage.

    Da muss man Ahnung von HTML, XML, CSS haben, ich nehme an die meisten Autoren erstellen die eBooks mit spezieller Software und die scheint wohl oft kompliziert oder gar ungenau zu sein.

    Ein eBook ist wir eine Webseite aufgebaut- jedes Kapitel steckt in einer anderen Datei, die sind alle utnereinander verlinkt usw.
    Wahrscheinlich hat bei Ihnen die autoamtische Konvertierung irgendwas ausgelassen.

    Wie gesagt ich habe selber kein eBook erstellt, kenne mich aber ein klein wenig aus.

    Wie mans ohne besodnere Software macht wird zum Beispiel hier erklärt-

    http://www.smashingmagazine.com/2011/09/29/how-to-make-an-ebook/

    oder nehmen sie wirklich wie dort empfohlen einen DRM freien kostenlosen Klassiker von Amazon- zum Beispiel isr “Reise nach dem Mittelpunkt der Erde” ordentlich formatiert, in epub konvertieren, .epub in .zip ändern, entpacken und angucken und anpassen.

    Vielleicht baue ich eine Vorlage und schicke sie Ihnen per Facebook.
    Ich wollte sowieso schon sowieso lange ein eBook schaffen bzw. schlecht formatierte eBooks anpassen.

  8. xm schrieb am 13. Mai 2012 um 17:28 Uhr

    tschuldigung,
    aber sehe ich das richtig, dass sie noch nie ein ebook erstellt haben, aber mir jetzt eine vorlage schicken wollen, wie ich meine ebooks besser erstellen kann?

  9. Georg Friedrich schrieb am 13. Mai 2012 um 23:48 Uhr

    Wenigstens habe ich inzwischen herausgefunden, dass man in dem entpackten epub Ordner die einzelnen HTML Dateien in die toc.ncx Datei als Eintragen soll (die IDs sieht man in der content.opf Datei) damit ein ordentliches Inhaltsverzeichnis und die Kapitelpunkte entstehen.

    Können Sie ja gerne ausprobieren- beliebige epub Datei mit 7Zip, WinRAR etc. entpacken und einzelne Dateien angucken.

    Okay bei meinem so umgewandeltem (gemeinfreien) eBook wurden die angesprochenen Probleme beseitigt, dafür wurden die Absätze plötzlich größer, was verwirrend ist, also ganz zufrieden bin ich nicht.

    Und damit verkaufe ich nicht mal eBooks :D Würde ichs wären meine eBooks zwar inhaltlich Mist, da ichs nicht schreiben kann, aber wenigstens technisch einwandfrei, da würde ich mich halt paar Stunden damit beschäftigen und die eBooks auchmal am Gerät testen.

    Sollte man ja eigentlich, Sie würden ja wahrscheinlich auch keine Bücher ohne Seitenzahlangabe und verwaschenem Durckbild verkaufen.

    Okay das mit Vorlage war übertrieben, ich sehe nun ein, dass man die eBooks kaum manuell erstellen kann, sondern spezielle Software braucht.
    Nun sind die Programme anscheinend nicht alle ausreichend, was ich an vielen eBooks- zum Beispiel Ihren sehen kann.
    Da muss man die eBooks teilweise manuell Nachbearbeiten und paar Tipps habe ich ja hier gepostet.

    Grüße und viel Spaß und Erfolg beim Publizieren.

  10. Georg Friedrich schrieb am 13. Mai 2012 um 23:52 Uhr

    Entschuldigung für Doppelpost.
    Im vorigen Kommentar habe ich bei technischen Erklärungen ein HTML Tag angesprochen, dieses wurde von der Kommentarsoftware geblockt.

    Hier die betroffene Stelle:
    “Wenigstens habe ich inzwischen herausgefunden, dass man in dem entpackten epub Ordner die einzelnen HTML Dateien in die toc.ncx Datei als

    “navPoint”

    Eintragen soll (die IDs sieht man in der content.opf Datei) damit ein ordentliches Inhaltsverzeichnis und die Kapitelpunkte entstehen.”

  11. xm schrieb am 14. Mai 2012 um 11:59 Uhr

    kindle hat ein eigenes format, das mobi oder prc, ich weiß nicht, ob man das so übertragen kann, schicken sie mir doch mal die datei an meinen facebook account

  12. 6 Pseudos schrieb am 17. Juni 2012 um 17:02 Uhr

    Hey Xander :)
    Also einige deiner Cover gefallen mir sehr sehr gut, dass sage ich mal als Grafikerin/Illustratorin.
    Ich schreibe unter 6 Pseudonymen mittlerweile, das ist auch nötig!
    Liebe, Erotik, Fantasy, Kinder und Jugendbücher, Psychologie sowie Horror. Ich lasse alles von einem Korrekturbüro überprüfen (kostet teilweise nur 2-3 Euro pro DIN A 4 Seite), die hauen dir dann alle Schreibfehler raus, kümmern sich aber natürlich nicht um den Lesefluss.

    Von den Verkaufszahlen kann ich sagen:

    Liebe: Verkaufen sich gut, bis gar nicht, wenn sie in den Charts sind sogar sehr gut (bis zu 50x täglich!), aber dann tauchen auch die Neider auf und hauen 1 Sterne Rezis rein, so schnell kann man gar nicht schauen. Sobald man nichtmehr in der Bestsellerliste ist, verschwinden die wieder und die 4-5 Sterne Rezis kommen wieder… Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    Erotik: Leider ist viel Mist am Markt, ohne Story, ohne irgendetwas. Aber die Leser sind sich selbst nicht einig. Ist zuviel Erotik drin, beschweren sie sich, dass zu viel drin ist, zu wenig, halt zu wenig, oder gemischt. Es ist nicht leicht den Nerv zu treffen. Ist es niveauvolle Erotik, beschweren sich viele, dass es nicht versaut genug ist, um unter Erotik gestellt zu werden, ist es zu viel, ist es gleich geschmacklos… einen gesunden Mittelweg habe ich da noch nicht gefunden :/
    Die Verkäufe sind gut, solange man in den Bestsellerlisten ist (bis zu 100 Käufe pro Tag!), aber sobald man auf Platz 1-10 ist kommt die Konkurrenz… und haut wieder 1 Sterne Bewertungen rein (teilweise gleich 3-4 innerhalb weniger Stunden, was natürlich gar nicht auffällt ;) )

    Fantasy: Läuft kaum… da hatte ich gerade mal 1-5 Verkäufe pro Monat und viele negative Rezis. Man wird ständig mit Bestsellern verglichen (von Harry Potter bis Twilight) und man wird bezichtigt hier und da geklaut zu haben, auch wenn die Story nichts mit den Bestsellern zu tun hat…

    Kinder: Sehr sehr schleppend, kann ich aber auch verstehen. Mütter wollen ihren Kindern gerne ein richtiges Buch in die Hand drücken. Jugendbücher laufen sehr schwer an… vielleicht 1-2 Verkäufe pro Monat :/

    Psychologie: Läuft erstaunlicherweise sehr gut. Ich bin in zwei Kategorien seit Wochen/Monaten auf Platz 1 oder 2 und das ohne Mobbing Rezensionen, wobei ich gestehen muss, dass die Bücher nicht Korrektur gelesen wurden, es also durchaus eine Hand voller Rechtschreibfehler geben wird, nur die scheint mir diese Leserschaft zu verzeihen.
    Etwa 10-20 Käufe pro Monat reichen da für Platz 1 oder 2.

    Horror: Habe bislang nur eine Geschichte oben, aber ist man auf den vorderen Plätzen (1-10) gehen gut 100-150 Downloads pro Monat weg, ist man in einer Liste, werden nur etwa 10 pro Monat gekauft. Bei dieser Geschichte habe ich nur 5 und 4 Sterne Rezis, alle loben die Geschichte, aber es sichert mir keinen guten Rang.

    Es ist schon nicht leicht. Man muss wirklich schreiben, schreiben, schreiben! Nicht nur um besser zu werden, sondern auch um Leser zu gewinnen, die den eigenen Schreibstil mögen.
    Dazu gehört auch jemand, der die Rechtschreibfehler rausnimmt. Auch wenn es bei großen Verlagen genug Bücher gibt, die von Schreibfehlern wimmeln (bei einem aktuellen Bestseller habe ich schon 6 Stück auf 100 von 600 Seiten gefunden…), werden diese nicht kritisiert, bei NoName Autoren aber schon :/
    Selbst wenn keine Fehler mehr drin sind, haut die Konkurrenz dies raus.

    Allgemein kann man sagen, das einige Autoren selbst viele schlechte Rezis verfassen, wenn ein Buch zulange in den Charts ist, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist, aber Amazon ändert es leider nicht, was ich sehr schade finde.
    Erst wenn man ein Buch auch gekauft hat, sollte man eine Rezension schreiben können :)

    Was auch sehr unfair ist, wenn Leser die Bücher nach 2 Wochen zurückgeben… und das sogar bei Band 2 oder 3… ich hoffe, Amazon unternimmt endlich etwas dagegen.

    Vom Geld kann ich nicht leben.
    Ich startete mit nichts, habe die ersten 2 Monate nur 3-10 Euro verdient, im vierten und fünften etwa 30 und dann schossen die Verkaufszahlen hinauf, sodass ich etwa 200 bis 300 Euro Monatlich herausbekam.

  13. Matthias Borngrebe schrieb am 30. September 2012 um 23:11 Uhr

    Lieber Xaver,

    habe gerade zwei deiner Beiträge hier gelesen. Vielen Dank, dass du dir die Mühe machst, deine Erfahrungen hier so ausführlich mit anderen zu teilen, denn ich für meinen Fall hatte genau nach so etwas gesucht …

    Ich veröffentliche nach einer Buchveröffentlichung vor zwei Jahren nun einen Fortsetzungsroman auf meiner Internetseite. Ist vielleicht ungewöhnlich, aber mir geht es erst mal nicht darum, Geld damit zu verdienen. Deshalb hatte ich überlegt, die einzelnen Folgen auch als kostenlose E-Books auf Amazon anzubieten, mir dazu aber zwei Fragen gestellt:

    1. Geht das überhaupt kostenlos, oder muss man einen Preis nehmen, damit Amazon mit verdient?
    2. Habe irgendwo gelesen, dass man auf die Buchpreisbindung aufpassen muss: Wenn ich nun jede einzelne Folge meines Romans kostenlos anbiete, kann ich dann später trotzdem einen Preis dafür verlangen, wenn ich das Ganze vielleicht irgendwann mal gesammelt herausgebe?

    Wäre nett, wenn du Zeit hättest, kurz zu antworten. Vielleicht kennst du ja auch einen guten Link zum Thema …

    Gerade stimmt mich übrigens diese Aussage nachdenklich:

    “Gerade kostenlose E-Books bekommen schlechte Rezensionen. Ein interessanter psychologischer Prozess beweist sich hier: Was wir bezahlt haben, ist uns mehr wert und wird nachsichtiger gesehen als etwas, das gratis ist.”

    Da ist sicher was dran, fürchte ich …

  14. Redaktion schrieb am 1. Oktober 2012 um 13:29 Uhr

    Lieber Herr Borngrebe,

    gerne beantworte ich Ihre Fragen.

    Zu 1.
    Dauerhaft können Sie ein urheberrechtlich geschütztes Werk bei Amazon nicht kostenfrei anbieten. Dies ist nur bei allgemeinfreien Texten möglich, deren Urheberrechtsschutz abgelaufen ist. Jedoch können Sie als Werbemaßnahme Ihren Text bis zu 5 Tage lang kostenfrei anbieten, wenn Sie Ihr Buch beim KDP-Select-Programm von Amazon anmelden. Diese Option wird Ihnen beim Upload des Titels angeboten. Voraussetzung ist hier u.a. dass der Titel mindestens 90 Tage lange exklusiv bei Amazon angeboten wird.

    Zu 2.
    Wenn Sie Ihren Roman verschenken und später dafür Geld verlangen wollen, ist das problemlos möglich und tangiert die Buchpreisbindung nicht. Wichtig ist nur, dass das Werk danach zeitgleich überall zum gleichen Preis erhältlich ist.

    Beste Grüße
    Wolfgang Tischer
    Herausgeber literaturcafe.de und
    Autor des Buches Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen

  15. Matthias Borngrebe schrieb am 2. Oktober 2012 um 07:40 Uhr

    Lieber Herr Tischler,

    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Wirklich schön, dass man hier so kompetente und präzise Antworten bekommt, da bleiben keine Fragen offen.

    Werde mir nun mal in Ruhe überlegen, wie genau ich weiter vorgehe :)

  16. Nina schrieb am 8. Januar 2013 um 13:39 Uhr

    An Xaver, 6 Pseudos und andere hier: Wie macht ihr das denn, die Pseudos zu wahren und trotzdem ein Impressum im E-Book zu haben, das den Vorgaben entspricht?
    Das ist zwar je nach Bundesland unterschiedlich, aber es muss ja mindestens den Namen von Herausgeber oder Verlag enthalten, häufig auch die Adresse; bei euch ja vermutlich Herausgeber = Autor. In dem Moment führt sich ja jedes Pseudonym ad absurdum, finde ich. (Das ist jetzt kein Vorwurf sondern echtes Interesse, da ich auch in verschiedenen Genres schreibe und vor der Entscheidung stehe, wie ich das selfpublishe.)

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