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Beitrag vom 19. November 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Schreiben

Duden Korrektor im Test: Wahnsinnig umgangssprachlich

In der Ausgabe 23/2007 hat die Computerzeitschrift c’t die Qualität von Rechtschreibprüfungen getestet. Bewertet wurden sowohl die Funktionalitäten, die Anwendungen wie Microsoft Office oder Open Office von Haus aus mitbringen, als auch die von Online-Schreibprogrammen wie Google Text & Tabellen und die externer Programme wie des Duden Korrektors. Eindeutiger Testsieger war der Duden Korrektor, der die meisten Fehler im Demo-Text erkannte.

Der DUDEN Korrektor prüft den Wahnsinn

Dies war für die Redaktion des literaturcafe.de der Moment, an dem wir beschlossen haben, das Programm zu erwerben und auf einem Redaktionscomputer zu testen.

Freilich gibt es Puristen, die keinerlei Rechtschreibprüfung verwenden, und natürlich hilft eine solche Funktion nur bedingt, wenn der oder die Schreibende der deutschen Sprache nur rudimentär mächtig ist. Dennoch kann eine Rechtschreibprüfung vor vielen Fehlern bewahren. Dies umso besser, wenn sie nicht nur Wörter abgleicht, sondern auch in der Lage ist, den Satz grammatikalisch auf Richtigkeit zu prüfen. Im besten Fall werden sogar fehlende oder zu viel gesetzte Kommas gefunden.

Gerade in diesen beiden letzen Punkten leistet der Korrektor weitaus mehr als die eingebauten Rechtschreibprüfungen, wenngleich kein Prüfprogramm alle Fehler finden wird.

Der Duden Korrektor ist in den Ausführungen für Microsoft Office (Windows), Open Office (Windows, Linux und Mac OS X) und für das Layout-Programm Adobe Indesign (Windows, Mac OS X) erhältlich. Eine Lösung, die alle Programme abdeckt, gibt es leider nicht. Ebenso wenig kann der Korrektor Eingaben in Web-Formularen prüfen, wie dies der Firefox-Browser bietet. Für Blogger ist der Korrektor also nur dann eine Hilfe, wenn der Text zunächst mit einer der Office-Textverarbeitungen geschrieben und dann per Copy-and-Paste in den Browser übernommen wird. Ein Weg, den man jedoch selten gehen wird.

Wir haben den Korrektor (Version 4) für Microsoft Office im Einsatz. Nach der Installation integriert sich der Korrektor nahtlos in die Office-Programme Word, Excel und Powerpoint, d.h. er ersetzt deren Rechtschreibfunktion funktional und im Menü vollständig. Innerhalb Outlook ist der Korrektor nur dann aktiv, wenn dort Word als Texteditor verwendet ist. Letzteres empfehlen wir Outlook-Anwendern ohnehin, da so auch andere Tippfehler wie die Großschreibung zweier BUchstaben am WOrtanfang automatisch korrigiert werden. Wer E-Mails schreiben will, die auch technisch jeder lesen kann, sollte die Versandform »Nur-Text« wählen.

Im Internet berichten einige Anwender von massiven Problemen nach der Installation des Programms. Alle drei Rezensenten vergeben daher bei Amazon jeweils nur einen Stern als Wertung (Stand: 19.11.2007), da nach der Installation die Software oder Word selbst ständig abstürzt. Solche Probleme tauchten bei uns zum Glück nicht auf.

Der Korrektor bringt eine eigene Menüleiste mit, die jedoch abgeschaltet werden kann.

Die Duden-Software prüft nach der neuen amtlichen Rechtschreibung. Da diese dem Schreibenden in einigen Punkten Freiräume lässt, kann in den Optionen eingestellt werden, ob man nach Duden-Empfehlung, konservativ, progressiv oder nach der Orthografie schreiben will, wie sie die Presseagenturen verwenden. Letzteres ist insbesondere für Journalisten praktisch, die Pressemeldungen umschreiben müssen.

Wie bereits oben vermerkt, geht die Prüfung des Duden Korrektor sehr weit und umfasst auch Grammatik und Satzzeichen. Auch beim Erkennen von falschen Getrennt- oder Zusammenschreibungen ist der Korrektor stark. Wer will, kann in den Optionen haarklein einstellen, was der Korrektor alles prüfen und markieren soll. Darunter sind auch so hilfreiche Dinge wie doppelte Leerzeichen.

Auch umgangssprachliche Ausdrücke kennzeichnet der Korrektor auf Wunsch. So ist das Wort »Wahnsinn« dann grün unterstrichen, da es umgangssprachlich eingesetzt ist, wenn damit nicht die Geisteskrankheit gemeint ist, sondern es sich um einen Ausdruck der Begeisterung handelt.

Eine Besonderheit des Korrektors gegenüber anderen Programmen liegt darin, dass er mögliche Fehler kennzeichnet, die der Schreiber selbst prüfen sollte, da das Programm selbstständig nicht immer die korrekte Schreibweise ermitteln kann. Dies ist beispielsweise bei substantivisch gebrauchten Begriffen der Fall. Das Programm gibt hier die Prüfungsregeln an (»Falls dieses Adjektiv als Substantiv auftritt, schreiben Sie es bitte groß«).

Wie die »alte« Rechtschreibprüfung von Word arbeitet der Duden Korrektor entweder ständig im Hintergrund und zeigt Fehler sofort an (»Schnellprüfung«), oder aber man kann als Fehler erkannte Stellen Schritt für Schritt durchgehen. Die Schnellprüfung aller Fehlermöglichkeiten ist jedoch nur für schnelle Rechner zu empfehlen, da es ansonsten Sekunden dauern kann, bis die Buchstaben nach dem Tippen erscheinen.

Auch die oftmals sehr ungenügend arbeitende Silbentrennung der Word-Textverarbeitung wird durch den Korrektor ersetzt. Hier können maximale Buchstabenzahlen für den Wortanfang und das Wortende angegeben werden oder eine Länge, die ein Wort mindestens haben sollte, bevor es getrennt wird. So können unschöne Trennungen vermieden werden.

Fazit: Wer viel und oft mit den Office-Programmen schreibt und die Rechtschreibprüfung als schnelle Möglichkeit schätzt, Tippfehler zu erkennen, dem ist der Duden Korrektor auf jeden Fall zu empfehlen, da die Software die Quote der erkannten Fehler enorm erhöht und bei Bedarf eine feine Abstufung der zu markierenden Fehler zulässt. Vor dem Kauf sollte jedoch genau geprüft werden, ob der Korrektor Betriebssystem und eingesetzte Office-Version unterstützt. Ebenso sollten alle Updates und Service-Packs für Betriebssystem und Office-Anwendung eingespielt sein. Wer vor dem Kauf sicher gehen und die MS-Office-Variante für Windows einsetzen will, der kann auf der Duden-Website eine Demoversion anfordern.

Nachtrag vom September 2008:
Inzwischen ist die Version 4 veraltet Duden hat die Version 5.0 auf den Markt gebracht. Hier lesen Sie unseren Test der Version 5.

7 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Elli schrieb am 19. November 2007 um 13:09 Uhr

    Freut mich. Ich arbeite schon seit Jahren mit dem Duden Korrektor und bin sehr zufrieden. Den Korrektor Plus allerdings, den ich eine Weile ebenfalls hatte, hab ich wieder runter geschmissen, weil der mein Word extrem langsam gemacht hat. Das liegt wohl an den vielen Wörterbüchern, die man mit ihm lädt.

  2. Uli schrieb am 19. November 2007 um 14:33 Uhr

    Bei mir ist ebenfalls Word ausgebremst worden, trotz schnellem Rechner.

  3. dirk schrieb am 19. November 2007 um 15:48 Uhr

    “Word ausgebremst” finde ich noch harmlos. Die Vorgängerversion kam mit Texten über 300 Seiten gar nicht mehr klar (auf verschiedenen Geräten getestet). Geht das jetzt?

  4. Holger schrieb am 19. November 2007 um 20:30 Uhr

    Ich benutze den Korrektor mit OpenOffice und bin zufrieden. Vorher hatte ich den alten Korrektor Plus (3.5) mit einer Word-Version, auch hier war das System verlangsamt. Leider sind die Optionen, respektive Einstellmöglichkeiten, bei der OpenOffice Ausgabe sehr rudimentär.

  5. Jürgen Schreyer schrieb am 20. November 2007 um 07:58 Uhr

    Meine Vermutung ist, dass der Korrektor /plus nur dann ausbremst, wenn der Rechner nicht genügend Arbeitsspeicher hat. Daher wäre es sicher hilfreich, wenn der installierte Arbeitsspeicher in den Kommentaren erwähnt würde. Die sogenannte Schnelligkeit des Rechners (CPU) ist nicht wesentlich. Arbeitsspeicher und Cache entscheiden ob ausgebremst wird.

  6. Andreas schrieb am 20. November 2007 um 12:29 Uhr

    Ich habe den DUDEN Korrektor Plus entnervt wieder deinstalliert, da er das Arbeiten extrem verlangsamt hat und nicht zuverlässig lief (Bei neuem Rechner mit 2 Gb Arbeitsspeicher wohlgemerkt!). Prinzipiell fand ich ihn genial und eine große Hilfe, aber er ist sehr ehrgeizig ausgelegt und dafür reicht die Programmierqualität nicht aus. Sollte er eines Tages aber zuverlässig laufen, kaufe ich ihn gerne wieder.

  7. Klaus-D. Sedlacek schrieb am 4. Dezember 2007 um 22:20 Uhr

    Letztes Jahr überlegte ich mir, ob ich den Duden-Korrektor anschaffen soll. Ich ließ mich von den schlechten Kritiken abschrecken. Es hieß, der Rechner würde praktisch zum Erliegen kommen.
    Vor einigen Wochen nun las ich einen Test über die neue Version 4.0. Der Duden Korrektor wurde gelobt. Er sei schnell und würde fast alle Fehler finden.
    Daraufhin entschloss ich mich den Korrektor anzuschaffen.
    Ich habe es nicht bereut. Nie hätte ich geglaubt, noch so viele Fehler im Text meiner Kurzgeschichtensammlung “Paradisienne” zu finden. An den 172 Seiten arbeitete ich mit dem Korrektor einen ganzen Tag. Ich weiß nicht ob das ein angemessener Zeitaufwand ist, aber das schöne Ergebnis begeistert mich.

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