Dreist: Zuschussverlag macht Elke Heidenreich ungefragt zur Herausgeberin eines seiner Bücher [Nachtrag]
Einige Zuschussverlage, bei denen Autoren für eine Veröffentlichung zahlen, sind für ihre einschlägigen Methoden und ihr rigoroses Vorgehen gegen Kritiker berüchtigt. Um zahlungswillige Kunden zu ködern, wird dort oft mit wohlklingenden Autorennamen à la Schiller und Goethe geworben, die sich dagegen nicht mehr wehren können.
Umso mehr erstaunt es, dass ein Zuschussverlag mit der hochtrabenden Bezeichnung »Deutsche Literaturgesellschaft« mit dem Namen und dem Konterfei Elke Heidenreichs wirbt. Für Mai 2009 ist auf der Website des Verlages ein neuer Titel angekündigt, bei dem Elke Heidenreich scheinbar als Mitherausgeberin fungiert. Groß ist ihr Gesicht auf dem Cover abgebildet. »Bücher könnte ich lassen, Oper nie!« lautet der Titel (siehe Screenshot).
Wir haben bei Elke Heidenreich nachgefragt. Eindeutige und unmissverständliche Antwort: Elke Heidenreich kennt weder den Verlag noch das Buch. Sie würde auch nie bei »so« einem Verlag veröffentlichen.
Deutsche Literaturgesellschaft wirbt mit Nazi-Opfern um zahlungswillige Autoren
Doch der Zuschussverlag wirbt nicht nur dreist und ungefragt mit dem Namen Elke Heidenreich. Auch im Dritten Reich verfolgte Schriftsteller und Kulturschaffende werden in besonders unappetitlicher Weise als Köder für naive und unerfahrene Autoren missbraucht (siehe Screenshot).
»Wo heute unser Verlagssitz ist, befand sich einst das »Romanische Café«, der berühmteste Treffpunkt der Literaten, Journalisten, Theater- und Filmleute im Berlin der Zwanziger Jahre«, ist auf der Verlagswebsite zu lesen.
Was dort nicht steht: Der angebliche Verlagssitz ist im Grunde genommen nicht mehr als eine Briefkastenfirma. Die vornehme Berliner Adresse ist käuflich. Sie wird von einem Unternehmen der Dussmann-Gruppe angeboten, zu der auch das bekannte Berliner Kulturkaufhaus gehört. »Attraktive Geschäftsadressen ab 65 Euro«, so bewirbt der Dienstleister die virtuellen Büros.
In der Satzung der dubiosen Deutschen Literaturgesellschaft heißt es nach eigenen Angaben: »Zweck der Gesellschaft ist die Förderung deutschsprachiger Literatur und die Förderung neuer Autoren.«
Doch ein uns vorliegender Verlagsvertrag belegt, dass die Förderung offenbar in eine ganz andere Richtung geht: Sage und schreibe fast 10.000 Euro will der »Verlag« von einem unbekannten Autor für eine Veröffentlichung haben.
Geschäftsführer Jörgen Ellenrieder ist nicht ganz unbekannt
Als Geschäftsführer der »Deutsche Literaturgesellschaft« ist auf der Website Jörgen Ellenrieder aufgeführt. Unter dem Namen Jörgen Hansen gibt er angeblich das erwähnte Buch zusammen mit Elke Heidenreich heraus, die davon jedoch nichts weiß.
Der Buchtitel »Bücher könnte ich lassen, Oper nie!« sei laut Elke Heidenreich ein Zitat aus einem Interview für ihre Musikedition, die demnächst im Hause Bertelsmann erscheint. Das Zitat wurde ihr schlichtweg geklaut und unautorisiert verwendet.
Jörgen Hansen, der sich selbst auch schon mal gerne als »schwedischer Erfolgsautor« bezeichnet, ist Kennern der Zuschussbranche jedoch bereits unter dem Doppelnamen Jörgen Hansen-Ellenrieder bekannt.
Als Partner von Rodja Smolny trat er als schwedischer Vertreter der angeblich von dort stammenden Literaturagentur »Lindbergh & Well« auf. Diese Firma war jedoch in seriösen schwedischen Literaturagenturkreisen gänzlich unbekannt.
Ein Bericht des NDR zeigte Ende 2007, dass es »Lindbergh & Well« offenbar nur darum ging, von unbekannten Autoren Geld für ein kostenpflichtiges Lektorat zu kassieren.
Nach dem Fernsehbeitrag ging sowohl die deutsche als auch die schwedische Website offline, für die Jörgen Hansen-Ellenrieder als Ansprechpartner fungierte (siehe Screenshot). Nun setzt er seine Arbeit anscheinend wahlweise als Jörgen Hansen oder Jörgen Ellenrieder bei der »Deutschen Literaturgesellschaft« fort. Der Geschäftsführer war übrigens unter der im Impressum genannten Telefonnummer für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Telefonnummer der Deutschen Literaturgesellschaft, die mit dem Dussmannschen Hauptanschluss identisch ist und statt der -0 auf dem Nebenanschluss -144 endet (siehe Screenshot hier und hier), wurde auf einen anderen Anschluss der Firma Dussmann-Office weitergeleitet – dort ging niemand ran.
Ob und in welcher Form Elke Heidenreich gegen den Missbrauch ihres Namens vorgehen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.
Nachtrag vom 24. Juni 2009:
Weniger illegal als erwartet: Das Buch mit Texten Elke Heidenreich ist tatsächlich erhältlich
Unglaubliches ist passiert: Wir haben das Werk bei Amazon bestellt – und es liegt nun tatsächlich auf dem Redaktionsschreibtisch! In einem weiteren Bericht erklären wir, wie es dazu kommen konnte, dass im Buch tatsächlich Texte von Elke Heidenreich enthalten sind.
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Andreas Wilhelm schrieb:
Vielen Dank für diesen Artikel, der nicht nur die bisherigen Recherchen gut zusammenfasst, sondern auch den aktuellen Fall ausführlich dokumentiert, inklusive Screenshots der Website, die sich vermutlich bald ändern wird.
Die “Deutsche Literaturgesellschaft” ist ein Beispiel par excellence wie kackfrech einige Menschen versuchen, Geld zu machen. Offenbar losgelöst von jeglicher Moral und jeglichem Schuldempfinden. Mit immer neuen Ideen und ausreichend Geld für schicke Websites aber glücklicherweise nicht ausreichend Intelligenz, um sich nicht irgendwann selbst ins Knie zu schießen.
Leider gilt: Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter, und daher gehe ich davon aus, dass unsere alten Bekannten demnächst an anderer Stelle wieder den Kopf aus dem Sumpf strecken werden.
Nun, wir werden da sein.
Kommentiert am 18. April 2009 um 20:39 Uhr
Hans Peter Roentgen schrieb:
Interessant, dass alle diese Leute sich immer auf “Literatur” berufen. Etwas weniger darf es nicht sein, “Kommerz” ist ihnen immer ein Übel und die Kunst heilig.
Zumindest auf dem Papier
Hans Peter Roentgen
Kommentiert am 19. April 2009 um 10:42 Uhr
Petra van Cronenburg schrieb:
Link zu diesem Beitrag:
http://cronenburg.blogspot.com/2009/04/missbrauch.html
Kommentiert am 19. April 2009 um 14:24 Uhr
Roswitha Kammerl schrieb:
Leider sind diese Abzocker nur schwer zu fassen, weil ihnen die deutsche Gesetzeslage zu viele Schlupflöcher läßt und man daher diesen Gaunern nur schwer das Handwerk legen kann. Sie verkriechen sich, wenn es eng wird und tauchen unter neuem Namen später wieder auf. Ich kann allein aufgrund meiner traurigen Erfahrungen einen recht üppigen Tatsachenroman über dieses Thema verfassen, den ich dann wieder einem Zuschussverlag überlasse.
Kommentiert am 21. April 2009 um 13:40 Uhr
Carina Hackbarth schrieb:
Na- das nenne ich dreist und unüberlegt und zeugt nicht gerade für Intelligenz. Das kann und wird ja richtig teuer werden…..Ich glaube nicht, dass Frau H. sich das gefallen läßt und zu Recht. Da würde jeder gegenan gehen.
Kommentiert am 24. April 2009 um 10:30 Uhr
Theater Blog Berlin schrieb:
Es gibt doch keinen Bereich, in dem sich solche Mensche nicht finden – in der Kultur ist es jedoch besonders erschreckend!
Danke für den ausführlichen Artikel und wollen wir hoffen, dass er dazu beiträgt, dass junge Autoren nicht mehr auf so üble Machenschaften hereinfallen.
Nochmals vielen Dank und viel Erfolg bei Eurer weiteren Arbeit!
Kommentiert am 13. August 2009 um 23:29 Uhr
Hella Deege schrieb:
Man gut das ich im Internet gegraben habe.
Frisch auf dem Tisch, liegt mir eine “Zusage” dieses dubiosen Verlages vor.
Fein säuberlich mit “Jörgen Ellenrieder” unterschrieben.
Großzügig darf ich den “Druckkostenvorschuß” in monatlichen Raten, (72×210,00E) zahlen.
Am liebsten würde ich die Staatsanwaltschaft damit beschäftigen.
Ich werde meine Manuskripte zurück fordern und weiter nach einem seriösen Verlag suchen. Ich zahle doch nicht, wenn ich Qualität liefere. Das ich gut bin, meine Manuskripte Bestseller sein könnten, wird irgendwann ein Verlag bemerken. Da bin ich mir sicher. Im übrigen gibt es noch so einen “netten” Verlag in Frankfurt/M. Hat auch einen Klassiker als Zugpferd.
H. Deege Hannover
Kommentiert am 8. November 2009 um 23:09 Uhr
Helmut Soeder schrieb:
Diesen Erfahrungen kann ich eine weitere hinzufügen.
Unter 6). des Verlagsvertrags steht: Der Autor verzichtet auf jedes weitere Absatzhonorar aus dem Verkauf der Erstauflage (1000 Stück) und erklärt mit der Übergabe der Freiexemplare (20 Stück) seines Werkes sämtliche Honoraransprüche für die Erstauflage als abgegolten.
Für ein 240 Seiten umfassendes Taschenbuch werden unter 1). 8.619,22€ verlangt. Kleinstgedruckt: unter 4).: zzgl. Mehrwertsteuer. Wer das Kleingedruckte nicht genau studiert, zahlt 8.619,22 + 7% = 9222,57 € für zwanzig Taschenbücher. Denn: Absatzmeldungen, Honorarabrechnungen und Zahlungen erfolgen ab dem 1. honorarpflichtigen Verkauf. Danach hört er nichts mehr und darf niemals fragen, wie viele Bücher denn verkauft wurden. Denn ein Bezahlverlag verkauft kaum mehr als hundert Bücher.
Beide Parteien vereinbaren Vertraulichkeit. Da darf der geprellte Autor nachher noch nicht mal darüber berichten.
Das alles sind ganz perfide Klauseln.
Kommentiert am 5. März 2010 um 16:57 Uhr
Carina Hackbarth schrieb:
Der letzte Beitrag zeigt, was da an horrenden Summen genommen wird. Da kann man am besten alles selbst machen. Jemanden bezüglich Lektorat fragen, dann eine gute Druckerei in der Nähe des Wohnortes aussuchen. Kostenvoranschlag geben lassen. Drucken lassen. Dann von Buchhandlung zu Buchhandlung gehen, sich und sein Werk vorstellen, fragen, ob diese es auf Kommissionsbasis nehmen. Wenn ja, Lieferschein ausfüllen, sich nach einem halben Jahr melden und abrechnen bezüglich verkaufter Exemplare. Den Rest wieder mitnehmen und sich so an mehrere Buchhandlungen wenden. Vielleicht auch Lesungen veranstalten. Dies kommt billiger und ist effektiver. Diese Verlage tun weniger und man sitzt auf einen Berg Schulden. Als unbekannter Autor muß man selbst etwas tun. Das ist meine Erfahrung. Und immer schreiben und sich an Zeitschriften wenden, die etwas suchen. So lernt man und freut sich über kleine Honorare. Auch ein Stephen King hat so mal angefangen. Niemand wird gleich berühmt. Es ist viel Arbeit. Wenn solche Verlage versprechen, sie kümmern sich um alles und man hat die Möglichkeit schnell berühmt zu werden, sollte man immer erst mißtrauisch sein, auch wenn es schön klingt.
Kommentiert am 6. März 2010 um 14:35 Uhr
RK schrieb:
Liebe Freunde,
ich hatte zwar eine Agentin für mein Buch, aber auch mit ihrer Hilfe konnte ich keinen Verlag finden, der bereit war, es abzudrucken. Jetzt habe ich mein Werk via “Books on Demand” auf dem Markt und sogar schon einen kleinen Umsatz eingefahren. Für einen Neuling ist das durchaus eine Alternative. Liebe Grüße
Kommentiert am 6. März 2010 um 15:37 Uhr
Hella Deege schrieb:
Ich habe an ca. 30 Verlage Leseproben oder kompl. Manuskripte geschickt. Hatte jede Menge Kosten, von wegen Rückporto. Keinen Namen, keinen Erfolg. So ist nämlich die Tatsache. Da nimmt man lieber amerik. Schreiber…, warum auch immer!!!
Irgendwann gibt man auf. Trotzt das mir ein L-Agent versicherte, dieses Manuskript ist Bestseller verdächtig. Ich schätze mal, auch er wollte mit Speck Mäuse fangen. Ch. Burton
Kommentiert am 8. März 2010 um 16:25 Uhr
Carina Hackbarth schrieb:
Bezüglich Books on Demand möchte ich hinzufügen, dass es auch nicht kostengünstig ist. Es sei denn, man ist technisch sehr versiert und kann vieles selbst machen. Das richtige Layout u.s.w. muß stimmen. Man muß es technisch so vorbereiten, dass es günstig von BOD übernommen wird. Dann kommen noch die monatlichen Kosten hinzu für die Datenpflege. Das sind im Jahr gut über 20 Euro. Und das jedes Jahr. Man ist auf 5 Jahre gebunden. Kann in dieser Zeit sein Manuskript nicht anderen anbieten. Wenn es jemand anderer nehmen würde, kämen auch noch mal Kosten hinzu, wenn BOD auf die Rechte verzichtet. Und man muß auch viel selbst machen. Alles andere muß man bezahlen. Dies sollte man gut bedenken.
Kommentiert am 10. März 2010 um 07:15 Uhr
A. Graf schrieb:
Zum Kommentar von Fr. Deege.
mir ist das selbe angeboten worden, dieser Jögen Ellenrieder wollte knapp € 21.000,00 für den Gesamtaufwand von mir. So eine Dreistigkeit habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Ich hoffe das die Staatsanwaltschaft dieses Thema aufdeckt um dem ein Ende setzen !
Kommentiert am 11. März 2010 um 17:15 Uhr
Andreas Theodor Schön schrieb:
Mir erging es nicht besser. Herr Jörgen Ellenrieder lobte mein Manuskript und unterbreitete mir einen Vertragsentwurf. Über 14.000 € (im Verborgenen plus Mehrwertsteuer) verlangt man von mir. Darin-wie großzügig- sei bereits ein Autorenhonorar angerechnet. Nein, es geht den Herren nur um blankes Geld. Dazu passt der hochgestochene Name nun wirklich nicht. Hoffentlich lässt sich kein Autor dieser Welt auf dieses Glatteis ziehen!
Kommentiert am 22. März 2010 um 09:57 Uhr
Cashimae schrieb:
Nun melde ich mich mal als unbekannte Autorin? Ich nutze das Wort Autorin so ungerne für mich, denn ich habe mich entschlossen, mich erst so zu nennen, wenn ich es wirkich geschafft habe, das ein “Seriöser Verlag” mein Buch als Drucktauglich bewertet und heraus bringen will.
Da sind wir beim Thema.
Seid langem kämpfe ich mich durch Seitenweise Verlage, ich danke Artikeln wie diesen die die Arbeit überhaubt ein Skribt zu verschicken, einem ersparen mittlerweile.
Null Ahnung in dieser Sache, begann ich vor etwa 3 Jahren, die ersten Verlage anzuschreiben aufgrund Leseauszüge und Neuthralen Lesern die immer wieder anfragten, wo kann ich das Buch kaufen.
Es schien zu gefallen und ich dachte, ok, ich schreibe es einfach aus Spaß am schreiben, aber vielleicht sollte ich es doch mal versuchen.
Viele können sich denken was passierte: Reihenweise Antworten “Wie toll, wie Super, wie grandios” und unten “Bitte unterschreiben sie diesen Vertrag, überweisen sie uns zwischen 8000 und Rekord war 14500 Euro” und verzichten sie auf ihre Rechte. Hust.
Gott seih dank bin ich nicht ganz auf den Kopf gefallen und habe diese Angebote!! Nicht angenommen.
Obig genannter Verlag mag mein Manuskribt auch gerne haben, und überging meine Frage ob sie Geld dafür fordern, worauf ich google startete und auf diesen Hinweis gelangte. Somit hat sich eine weitere Arbeit und Hoffnung schon erledigt, die wieder nur in enttäuschung gelandet wäre.
Sind wir doch ehrlich, als unbekannte, hat man nicht sonderlich Chancen das sich ein SERIÖSES Lektorat das Manuskribt wirklich mal ansieht.
Mir wäre eine “Ehrliche” antwort “Es ist nicht drucktauglich” tausendmal lieber, wie eine Standart Absage, wo man weis das sich niemand überhaubt die Leseprobe angesehen hat.
ich bin Bodenständig und weis man muss auch selber was für die Werbung tun, ich weis das ich nicht millionär werde,
aber es wäre doch schön von wirklich Seriösen Verlagen auch mal EHRLICH Kritisiert zu werden.
Um mal zu erklären wie Leute abserviert werden.
Ich versuchte mir damals Rat bei unserem Kulturamt zu holen.
Die erste Frage die man mir stellte war:
“Was haben sie Studiert?”
- man achte drauf, nicht was haben sie geschrieben, was genau machen sie, was genau wollen sie für Infos haben,
NEIN “Was haben sie studiert?”
Meine Antwort war diesbezüglich “Ich habe nur Realschule gemacht weil ich unbedingt arbeiten gehen wollte”
Worauf man mir sagte, wortwörtlich:
“Wir haben Soviele Lehrer, Proffesoren und hochstudierte Leute die wir unterstützen, Leute mit rang und namen, und da ist auch noch kein großer Autor draus entstanden”
Boff
Und ich kam mir so scheisse vor.
Enttäuscht, und Verletzt.
Denn eigendlich wollte ich doch nur Tipps haben, an wen ich mich wenden kann, wer seriös ist, ob sie Autoren treffen haben, wo man mal hin kann.
aber ich bin zu Blöd auf Deutsch für die.
Sowas ist hart.
Ich habe eine furchtbare Rechtschreibschwäche, aber man kann sich wenigstens ein bisschen mit Programmen helfen, aber das sagt doch nicht aus welchen IQ man hat und welche Qualität eine Geschichte?
Was habe ich geschrieben?
Eine trilogie + ein Begleitbuch.
Ich wollte aufgeben. und dachte ach egal.
Wer mich ermutigte weiter zu suchen?
LESER, föllig neutrale Leser.
Leseclubs aus Deutschland die anfragen stellten, ob das Buch verlegt wird, und wann, wo man es zu kaufen bekommt.
Hörer im Radio, denen ich leseproben vorlas.
Ich nahm nach einem Umzug an einer Lesung teil, alle hatten gedichte mit nur ich las ein Stück aus der Geschichte und die Kollegen, wollten das Buch haben.
und ich dachte, verdammt, lass dich doch nicht von so einem schnösel fertig machen nur weil der meint, nicht studierte sind blöd.
Und dann rief mich ein KLEINVERLAG an, dem ich irgendwann mal das MAnuskribt auf Anfrage zusandte.
Nein sie schrieben keine Absage, der Inhaber selber rief an.
Er teilte mir mit, das er mir eine Absage geben muss, aber kein Standart schreiben schicken wollte, sondern ihm am Herzen lag es mir selber mit zu teilen.
Da sie sich um einen kleinen Verlag handeln, Können sie Bücher in der Größenordnung (erste Teil der Trilogie wird auf etwa 420 Druckseiten geschätzt, die anderen noch mehr)
einfach Finanziell nicht auffangen können. “ER hat NICHTS davon gesagt das ich das bezahlen soll, also es war wirklich mal seriös”
Aber ich solle dran bleiben, nicht aufgeben, klar sind Anfänger fehler drin und es muss zusammen noch ein bisschen überarbeitet werden, aber seine Worte waren “Liebe Frau…. Lassen sie Bitte das Scribt nicht in einer Schublade verschimmeln, bleiben sie dran, denn es ist wirklich gut”
Ich hab fast geweint, mag unprofessionell sein, aber ich bin unprofessionel.
Und nun versucht man weiter Verlage anzuschreiben und Sucht in diesen massen Seriösität. Ehrlichkeit und einfach Jemanden der sich auch die Mühe macht es erstmal zu LESEN und dann eine Absage zu erteilen.
ich bin mein schlimmster Kritiker
und für Kritik anderer offen.
Meine Gedichte sind Hobby aber diese Bücher mein “Leben” mein herz und meine Seele, und
was suche ich? Ein seriöses Lektorat,
und es ist schlimmer als die Nadel im Heuhaufen
Und trotzdem werde ich NICHT aufgeben,
auch wenn die großverlage oft garkeine Zeit haben in Leseauszüge zu schauen, (ich bin sehr realistisch was sowas betrifft) hoffe ich das ich irgendwann bei einem den Richtigen Zeitpunkt erwische der “Wirklich Liest” und kann dann mit einer Kritisierenden Absage leben…
aber Geld bezahlen um es mit aller gewald heraus zu bringen?
Ich glaube an diese Geschichte, aber es gibt Dinge die werde ich nicht mit allen Mitteln, sprich in dem ich mich mit tausenden von Euros verschulde veröffentlichen.
Und ich danke für solche Artikel wie diesen,
der einem gewisse Arbeiten erspart.
Herzliche Grüße
Cashimae
Kommentiert am 1. Juni 2010 um 02:19 Uhr
Margit Bräuer schrieb:
Im Gegensatz zu den meisten Diskussionsschreibern, bin ich nicht der Meinung, dass sich beim Deutschen Literaturverlag Berlin Abzocker eingeschlichen haben. Ich glaube, so werden heute Bücher “gemacht”!
Wie sonst, wenn Marcel Reich-Ranicki sogar mit seinem Foto für diese Gesellschaft steht.
Ich frage mich: Wie kann mir ein Verlag die Präsentation meines Buches auf der Frankfurter Buchmesse zusagen, obwohl 100 %ig noch keiner der Damen und Herren mein Werk gelesen hat?
Ich glaube fest daran, dass die einzige Möglichkeit einer Veröffentlichung in Deutschland einen hohen materiellen Preis hat.
Lebensberichte von 18-jährigen, die über finanzielle Mittel verfügen, werden veröffentlicht, die geschichtsträchtigen Biografien “armer Poeten” verstauben bei den Autoren. Armes geldgieriges Deutschland!
Kommentiert am 11. Juni 2010 um 10:07 Uhr
Frank Gerth schrieb:
Die pompös klingende “Deutsche Literaturgesellschaft” schickt mir einfach nicht mein, von ihr selbst angefordertes vollständiges Manuskript zurück. Viele Telefonate und Mails mit diesem windigen Druckkostenvor-schussverlag bewirkten gar nichts. Da die darauf übliche Anwaltschiene sehr kostenintensiv wäre und auch “Russisch Roulette” bedeutet, bitte ich euch um Alternativen. Im aktuellen Moment meiner Wut, würde ich gern mit einer Panzerfaust den Laden aufmischen.
Kommentiert am 11. Juni 2010 um 23:24 Uhr
Frank Gerth schrieb:
Habe heute per Einschreiben, nach einigem Hin und Her aber letztendlich in gutem Einvernehmen und mit einer akzeptablen Entschuldigung, mein komplettes Manuskript von der “Deutschen Literaturgesellschaft” zurück erhalten. Problem gelöst, habe mein “Baby” wieder.
Kommentiert am 23. Juni 2010 um 18:44 Uhr
RK schrieb:
Liebe Freunde, ich habe ein Schreiben von der Deutschen Literaturgesellschaft bekommen, nachdem ich vor mehr als einem Jahr einen Textauszug hingeschickt hatte. Sie haben den Auszug wohlwollend geprüft und sähen gute Chancen für eine Veröffentlichung oder ich könne – falls kein Interesse meinerseits bestehe – gegen Rückporto mein “Werk” zurückhaben. Da ich ein gebranntes Kind bin (Poldner!!!), habe ich den Brief sofort vernichtet. Sie sollten es auch so halten, wenn eine von diesen beiden dubiosen “Agenturen” sich in irgendeiner Form bei Ihnen meldet.
Kommentiert am 24. Juni 2010 um 10:44 Uhr
karl nagel schrieb:
das liest sich ja spannend. ich hatte der deutschen verlagsgesellschaft ein buch angeboten die das als vertreibungswürdig erachteten. kurz darauf kam die rechnung und der vertrag. ich habe den unterschrieben mit karl arschloch und wieder zurück geschickt. über drei monate bekam ich mahnungen zur zahlung der abschlagsrechnungen, bis jetzt ein anwalt die gesamtsumme, 10 oder 15.000,- euronen sofort haben will. ich habe dem geschrieben: idiot, können sie nicht lesen. danach kam der vollständig korrigierte und redigierte text mit nachfrage auf platzhaltertext und einer isbn nummer. im leben zahle ich für eine veröffentlichung nicht solche preise. ich bin jetzt gespannt, ob die das buch auf den markt werfen. ich heiße ja nicht karl arschloch.
Kommentiert am 26. Juni 2010 um 11:11 Uhr
Günter Schmitz schrieb:
Hallo liebe Autoren Freunde. Gebt nicht auf und zahlt niemals dafür, dass jemand euch veröffentlicht. Johann W. Goethe hat 3 Jahre gebraucht bis er einen Verlag fand. Harry Potter Autorin Rowland hat über 30 Verlage angeschrieben, bis einer Mut hatte und mit ihr reich wurde. Dürer hat seine Bilder durch Marktweiber anbieten lassen. Gursky, jetzt weltberühmt, fuhr 6 Jahre Taxi um nicht zu verhungern. Ich arbeite über 3 Jahre mit Lulu, verkaufe über Amazon und lege in Buchhandlungen aus.
Und eines Tages——-
Kommentiert am 3. Juli 2010 um 21:42 Uhr
Wilfried Bundschuh schrieb:
Das Wichtigste liest man manchmal zu spät. Obwohl man genügend Erfahrungen gesammelt hat, um es besser wissen zu müssen, lässt man sich, wie beim Glücksspiel, schon mal von den Worten in Websites verleiten. Dieser Versuchung werden viele erliegen, die in zahllosen, vergeblichen Bemühungen versucht haben, ihr Geschriebens zu veröffentlichen. Kurz vor der Verzweifelung ergreift man jeden Strohhalm, was gewisse Verlage skrupellos ausnutzen. Jedenfalls ging es mir in diesem Fall so.
Mein Manuskript habe ich der Deutschen Literaturgesellschaft zugesandt, eine erste „positive“ Einschätzung des Eingangslektorates erhalten, doch auf das verbindliche Urteil (Angebot) warte ich noch. Nachdem ich obige Kommentare gelesen habe, weiß ich auch, wie dieses Angebot aussehen wird. Es ist schon richtig, was Günter Schmitz am 3. Juli 2010 schrieb, deshalb werde ich auch entsprechend auf das zu erwartende Angebot reagieren.
Ich kehre zurück zu den Empfehlungen, die vom Uschtrin Verlag kommen. Die klaren, meist kritischen Worte von Sandra Uschtrin helfen mir letzlich mehr, als schmalzige Antwortschreiben von bestimmten Verlagen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung, der, eines Hauptgewinns, in der Lotterie, gleicht. Mit Sicherheit ist der Uschtrin Verlag nicht der einzige, den man trauen könnte, aber ich hatte bisher nur zu einem Bruchteil der existierenden Verlage Kontakt.
Allen, die veröffentlichen wollen, wünsche ich gutes Gelingen und danke allen Verfassern obiger Texte.
Kommentiert am 5. Juli 2010 um 13:42 Uhr
Am schrieb:
Lieber spät merken als nie und womöglich drauf hereinfallen. Habe mit großen Augen eure Berichte gelesen und jener Vertrag dier Gesellschaft liegt auch mir seit heute vor…der Betrag den die angeben hat mich verunsichert und deshalb nochmals nachgeforscht, obwohl ich vorne rein intensiv gegooglet hatte war mir dieser Bericht bis eben hier nicht aufgefallen.
Nur was mache ich..ich habe das Manuskript per Mail zugesand..wie kann ich das jetzt zurückfordern. Brauche hierfür Rat.
Danke im Voraus
Kommentiert am 17. August 2010 um 15:52 Uhr
Günter Schmitz schrieb:
Lieber AM
Halten Sie es wie unser Altkanzler Helmut Kohl und sitzen Sie die Sache aus! Machen Sie absolut nichts! Vergessen Sie das Mailmanuskript, sie werden es schon löschen. Verursachen Sie keinen Schriftverkehr. Rufen Sie nicht an. Stecken Sie den Kopf in den Sand und verhalten Sie sich still. Sie werden noch zwei, drei Briefe mit Rabattangeboten bekommen, dann ist Ruhe und sie werden aufgeben und nach neuen Opfern suchen. Wie Raubtiere werden sie weiterziehen.
Kommentiert am 18. August 2010 um 21:46 Uhr