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Das zweite Stuttgarter Wetterleuchten der unabhängigen Verlage

KOOKbooks-Verlegerin Daniela Seel an ihrem Stand vor dem Stuttgarter Literaturhaus (Foto: Tischer) [1]

KOOKbooks-Verlegerin Daniela Seel an ihrem Stand vor dem Stuttgarter Literaturhaus (Foto: Tischer)

Zum zweiten Mal fand am Samstag, dem 24. Juni 2017 die kleine Buchmesse für unabhängige Verlage rund um das Stuttgarter Literaturhaus statt. Die Leistungsschau der Kleinverlage trägt den hippen Titel »Wetterleuchten«. Geleuchtet hat an diesem Tag vor allen Dingen die Sonne, sodass sich rund die Hälfte der Verlagsstände unmittelbar im Freien direkt vor dem Haus in der Breitscheidstraße präsentierten.

Liebevoll gestaltete Wegeschilder (Foto: Tischer) [2]

Liebevoll gestaltete Wegeschilder (Foto: Tischer)

Jeder Verlag am Tisch. Hier der Guggolz Verlag. (Foto: Tischer) [3]

Jeder Verlag am Tisch. Hier der Guggolz Verlag. (Foto: Tischer)

Auf einheitlichen Tischen mit weißen Tischdecken waren die Bücher ausgestellt und auch käuflich zu erwerben. Die Verlage mussten keine Standgebühren zahlen, Anreisekosten und Spesen waren selbst zu tragen. Die Auswahl der Verlage erfolgte durch eine Jury, die darauf achtete, dass in diesem Jahr beim Wetterleuchten andere Verlage zu finden waren als im letzten. Natürlich fiel kenntnisreichen Besuchern auf, dass der Tropen-Verlag nicht unabhängig ist, sondern zur Klett-Gruppe gehört, doch bei einem ortsansässigen Quasi-Kleinverlag schien man ein Auge zugedrückt zu haben.

Wetterleuchten: Menschn und Bücher vor dem Stuttgarter Literaturhaus (Foto: Tischer) [4]

Wetterleuchten: Menschn und Bücher vor dem Stuttgarter Literaturhaus (Foto: Tischer)

Warm war's am Tag des Wetterleuchtens (Foto: Tischer) [5]

Warm war’s am Tag des Wetterleuchtens (Foto: Tischer)

Was da an Büchern präsentiert wurde, war erstaunlich. Leserinnen und Leser fanden eine unglaubliche Zahl an Büchern, die in den wenigsten Buchhandlungen vorrätig sein dürften. Die Jury hatte gute Arbeit geleistet, sodass die literarische Qualität der ausgestellten Titel durchgängig hoch war und von Belletristik über Lyrik bis hin zu Grafik Novels, Hörbüchern und Bildbänden reichte. Allein schon optisch und haptisch setzten sich die meisten Bücher ab von der oftmals im Handel zu findenden Bestsellerausstattung mit billigem Pappumschlag.

Wetterleuchten: Literarisches Sommerfeeling (Foto: Tischer) [7]

Wetterleuchten: Literarisches Sommerfeeling (Foto: Tischer)

Abkühlung im Pool war möglich (Foto: Tischer) [8]

Abkühlung im Pool war möglich (Foto: Tischer)

Detailreich liebevoll und stimmig war das Ambiente geschmückt. Das begann bei den Besuchern, die sich nach Zahlung des Eintrittsgeldes einen Stoffaufkleber mit Tiermotiv aussuchen durften: Elch, Affe, Hund oder doch was anderes? Wegweiser im Wetterleuchten-Stil zeigten den Weg zu Lesungen und Workshop-Räumen. Rund ums Haus waren entsprechende Liegen zu finden und im Paternoster Lyrik.

Lyrik im Paternoster (Foto: Tischer) [9]

Lyrik im Paternoster (Foto: Tischer)

Der Journalist und Buchautor Arno Frank stellte seinen Roman »So, und jetzt kommst du« vor (Foto: Tischer) [10]

Der Journalist und Buchautor Arno Frank stellte seinen Roman »So, und jetzt kommst du« vor (Foto: Tischer)

Den ganzen Tag über fanden im Saal des Literaturhauses Lesungen und Autorengespräche statt u. a. mit Bachmannpreisträger Peter Wawerzinek und Michael Fehr. Trotz des warmen Wetters, das einen an diesem Samstag nicht unbedingt in den Stuttgarter Talkessel trieb, war das Wetterleuchten den ganzen Tag über gut besucht und es entstand literarisches Sommerparty-Feeling. Gegen 20:30 Uhr war dann auch schon wieder alles vorbei. Fürs nächste Jahr ist eine weitere Ausgabe der bemerkenswert hochkarätig besetzen Kleinverlagsschau geplant.

Der Schweizer Wortpoet Michael Fehr beim Wetterleuchten (Foto: Tischer) [11]

Der Schweizer Wortpoet Michael Fehr beim Wetterleuchten (Foto: Tischer)