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Beitrag vom 6. Juli 2014 | Rubrik: Bachmannpreis 2014

Daniela Strigl ist beliebteste Bachmannpreis-Jurorin 2014 – »Jury-Kratzbaum« Arno Dusini auf Platz 2

Daniela Strigl

Daniela Strigl ist die beliebteste Bachmann-Jurorin 2014. Bei unserer nicht repräsentativen Abstimmung belegte die Wiener Essayistin und Literaturkritikerin klar den ersten Platz und siegte für viele Beobachter sicherlich nicht unerwartet.

Jury-Neuling Arno Dusini folgt auf Platz 2. In den Bewertungen wurde er liebevoll als »Jury-Kratzbaum« bezeichnet und als »wertvolles Element gegen den Kuschelkurs«.

Lesen Sie die vollständige Reihenfolge der Jury-Bewertung durch das Publikum.

Wie angekündigt werden die genauen Zahlen und Prozentwerte nicht veröffentlicht. Aus dem Tenor der eingegangenen Begründungen haben wir jeweils einen kurzen Text zu jedem Juror zusammengestellt.

Zudem muss betont werden, dass es kein Jury-Mitglied gab, für das überhaupt keine Stimmen abgegeben wurden.

Ein Interview mit Daniela Strigl wird es in Folge 5 unseres Bachmannpreis-Videopodcast zu sehen geben. Daniela Strigl hat zudem den diesjährigen Bachmannpreisträger Tex Rubinowitz nach Klagenfurt eingeladen. Strigl in einer ersten Reaktion: »Ich weiß nicht, welcher Preis mich mehr überrascht.«

1. Platz: Daniela Strigl

Frau Strigl unterscheidet zwischen Textinhalt, Stil, Autorenbiographie und Vortrag, konzentriert sich auf das Wesentliche (Textinhalt, Stil) und berücksichtigt die anderen Aspekte ggf. bei akuter Relevanz. Sie kritisiert und analysiert kenntnisreich, sachlich und ausgewogen, lässt subjektive Meinungen aber glücklicherweise mit einfließen. Sie trägt ihre Kritik unterhaltsam vor, ist fair im Umgang mit Jurykollegen und kommt ohne Selbstbeweihräucherung und harsches, gänzlich unnötiges Autorenbashing aus (das viele andere Juroren benötigen, um sich selbst zu erhöhen und die vermeintliche Bastion “hohe Literatur” zu verteidigen).

2. Platz: Arno Dusini

Herr Dusini hat polarisiert, war oft Impuls für Kontroversen und stellte das unkonventionelle Moment in einer sonst schon recht braven, festgefahrenen Jurorenordnung dar. Die Texte stellte er außerdem offensichtlich ins Zentrum seiner Bewetung, so wie es sein soll.
Er war Jury-Kratzbaum, Klassenstreber und wertvolles Element gegen den Kuschelkurs.

3. Platz: Burkhard Spinnen

Lässt sich auch auf Texte ein, die ihm auf den ersten Blick nicht liegen, geht in der Analyse sehr in die Tiefe. Offen für neue Ausdrucksformen und neugierig darauf. Großes Repertoire an Beurteilungskriterien und große Flexibilität in deren Anwendung. Schert nicht alles über einen Kamm;  der Juror für AutorInnen, die neue literarische Wege beschreiten und dabei auch Risiken eingehen. Stellt Texte infrage und nicht den/die AutorIn, wodurch sich auch bei unterschiedlichen Wahrnehmungen neue Sichtwinkel eröffnen, die zu denken geben und den Bewerb als gesamtes spannend halten – auch wenn man mit Spinnen nicht einer Meinung ist.

4. Platz: Hubert Winkels

Sachlich, hinterfragend, humorvoll und durchaus mutig genug, auf weiter Flur alleine dazustehen mit seiner Meinung. Hart in der Sache, nimmt keine Rücksicht auf etwas anderes als den Text und kann diesen sehr gut begründet beurteilen.

5. Platz: Hildegard E. Keller

Hat ihre Harmoniesucht erfolgreich bekämpft. Argumentiert sachlich, bleibt beim Text und echauffiert sich nicht über den Vortrag oder des Autors Lebensgeschichte. Auch wenn man nicht immer mit ihrem Urteil übereinstimmt, hat sie doch dieses Jahr mit viel nachvollziehbaren und reflektierten Eindrücken positiv überrascht. — In memoriam Paul Jandl.

6. Platz: Meike Feßmann

Direktheit und Klarheit in ihrer Argumentation, unmaskiert. Sie verbindet Kritik mit Respekt vor der Person und ist keine Selbstdarstellerin.

7. Platz: Juri Steiner

Weil er sich auch für einen von anderen Juroren vorgeschlagenen Text begeistern kann.

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