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Buddenbrooks-Verfilmung: verschwenkt, verschnitten, verschmarrt?

Mann und MarzipanEigentlich müsste das das beste Weihnachtskino sei: die Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer, deren Vorschaubilder die perfekte Ästhetik von Kaffee- und Margarinewerbung erwarten lassen. Kino-Kitsch und Dramatik im besten Sinne. Wer außer Die-Manns-Versteher Breloer hätte das besser gekonnt?

Doch gute Zutaten allein machen keine guten Weihnachtsplätzchen, und wenn man Richard Oehmanns Filmkritik in Telepolis [1] glauben darf, gilt Ähnliches auch für diese Thomas-Mann-Verfilmung.  Auch Rüdiger Suchslands Kritik für den film-dienst [2] fällt bei allem Wohlwollen und Gute-Seiten-Abgewinnen nicht positiv aus, zu sehr sei das Mannsche Buch zudem ausgeholzt worden.

Was am meisten aufhorchen lässt: Von der wunderbaren Ironie, mit der Thomas Mann den Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie im Buch beschreibt, kommt im Film offenbar nicht rüber.

Was werden Sie machen? An Weihnachten ins Kino? Warten auf die verlängerte TV-Ausstrahlung? Oder haben Sie den Film schon gesehen? Oder lesen Sie lieber das Buch? Letzteres können wir sehr empfehlen!