Zum Menü des literaturcafe.de | Zum Kontextbereich
Toplinks
Social-Media-Icons
Beitrag vom 19. Dezember 2013 | Rubrik: E-Books, Self-Publishing

Bankgebühren: Wenn E-Book-Verkäufe bei Amazon zum Zuschussgeschäft werden

Tantiemenauszahlung in Britischen PfundWer als Self-Publisher seine E-Books bei Amazon verkauft, kann gutes Geld verdienen. Sein Werk kann man nicht nur auf amazon.de, sondern mehr oder weniger weltweit über die jeweiligen Landeswebsites von Amazon anbieten.

In der Praxis kommen jedoch für deutschsprachige Titel im Ausland nur ein paar Euro zusammen. Bislang hat Amazon die Tantiemen erst bei Erreichen bestimmter Einnahmesummen von 100 US-Dollar oder 100 Britischen Pfund ausgezahlt.

Doch ab sofort werden auch geringe Einnahmen überwiesen. Wer nicht aufpasst, kann eine böse Überraschung erleben: Er zahlt sogar noch drauf!

Denn bei den geringen Auslandstantiemen sind die Bankgebühren oftmals höher als die überwiesenen Einnahmen.

Amazon schreibt in einer Mail vom 17. Dezember 2013:

Ab dem 16. Dezember 2013 wird die Mindestzahlungsgrenze für Konten, für die elektronischer Zahlungsverkehr (EZV) als Zahlungsart ausgewählt wurde, aufgehoben. Sie erhalten Ihre Zahlungen nun sechzig Tage nach Ende des Monats, in dem Sie Ihre Tantiemen verdient haben. Für die Auszahlung gilt kein Mindestbetrag.

Wer in den vergangenen Monaten also Einnahmen in ausländischen Shops erzielte, der hat gestern einige Mails von Amazon erhalten, in denen die Auszahlung der Beträge avisiert wurde. Je nach Shop und Land können das Cent-Beträge für lang zurückliegende Monate sein.

In den allgemeinen Konto-Einstellungen des KDP-Portals kann man die Zahlungsart für jedes Land bzw. jeden Shop getrennt festlegen also z.B. für amazon.com, amazon.co.uk, amazon.it, amazon.es, amazon.fr.

Für die Shops Amazon.co.uk und Amazon.com sollte bei der Auszahlung per Überweisung (EZV) immer EUR angegeben sein.

Screenshot der Währungsauswahl in den KDP-Kontoeinstellungen: Für die Shops Amazon.co.uk, Amazon.com und für andere Nicht-Euro-Länder sollte bei der Auszahlung per Überweisung (EZV) immer EUR angegeben sein, damit bei den überwiesenen geringen Tantiemen die Bankgebühren nicht höher sind als die Einnahmen.

Doch Vorsicht! Bei einigen Banken fallen hohe Gebühren an, wenn diese Überweisungen auf ein deutsches Konto nicht in Euro erfolgen! Für Shops der Euro-Zone wie Frankreich oder Italien ist das ohnehin der Fall, doch für amazon.com können Dollar und für amazon.co.uk Britische Pfund ausgewählt werden.

Es kann also vorkommen, dass Ihnen Amazon 3,03 Pfund überweisen möchte und hierfür 10 Euro Bankgebühren anfallen. Sie zahlen dann also rund 6,40 Euro drauf!

Lassen Sie sich Beträge nur in Euro überweisen

Sollten Sie als Self-Publisher E-Books bei Amazon verkaufen, so überprüfen Sie, ob Sie für alle Shops mit der Zahlungsart EZV auch die ausgezahlte Währung auf EUR eingestellt haben.

Amazon scheint jedoch für die rückwirkend erfolgenden Auszahlungen diese Einstellung nicht immer zu berücksichtigen. So wurden für unseren Ratgeber die britischen Tantiemen für Juni und August in Euro ausbezahlt, die für Juli und September 2013 jedoch in Pfund, obwohl wir die Währungsart EUR nicht verändert hatten.

Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge, ob von Amazon geringe Nicht-Euro-Beträge überwiesen wurden, und fragen Sie Ihre Bank nach den anfallenden Spesen für diese Position, sofern diese nicht sofort auf dem Auszug ersichtlich sind.

Weisen Sie Ihre Bank an, diese Zahlungen nicht zu akzeptieren, sodass keine Spesen anfallen. Wie Amazon auf diese Zurückweisung der Zahlung reagiert, ist noch nicht bekannt.

Wir haben zudem beim Amazon-Support nachgefragt, wie es zu den ungewünschten Zahlungen in Britischen Pfund kommen konnte, aber noch keine Antwort erhalten. Diese wird ggf. an dieser Stelle nachgetragen.

Weitere Tipps finden Sie in unserem E-Book für Amazons Kindle

Cover der 6. Ausgabe: Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufenIn unserem E-Book »Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen« finden Sie weitere Tipps zur Erstellung digitaler Bücher.

Kaufen Sie das E-Book und werden Sie Teil des Experiments, über das wir in unserem Erfahrungsbericht ständig Aktuelles schreiben. Außerdem freuen wir uns über Ihre Amazon-Rezensionen zu diesen Titel.

Zum Lesen des E-Book benötigen Sie kein Kindle-Gerät. Amazon bietet kostenlose Lese-Software für Kindle-Bücher auch für mobile Geräte (iPhone, iPad, Android oder Desktop-PC und Mac an. Einmal erworbene Kindle-Bücher können Sie auf allen Geräten lesen.

Wolfgang Tischer: Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen - 6., nochmals erweiterte und überarbeitete Ausgabe [Kindle Edition] für Amazon Kindle (alle Modelle) und die entsprechenden Apps für iPhone, iPad, Android, Mac und PC, 2012. literaturcafe.de.
E-Book für 2,99 Euro bei Amazon kaufen

3 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Pat McCraw schrieb am 20. Dezember 2013 um 17:31 Uhr

    Ein guter Tipp. Vielen Dank!

  2. Annina Boger schrieb am 21. Dezember 2013 um 16:41 Uhr

    Hallo Herr Tischer,
    Sie sprechen hier ein Thema an, das mir seit einigen Tagen Kopfzerbrechen bereitet. Bereits zuvor musste ich für Tantiemenzahlungen über amazon.fr EUR 3,00 Spesen bezahlen. Auf meine Nachfrage bei Amazon und der Bank wollte keiner diese Spesen abgezogen haben. Ich habe daraufhin angeregt, die Höchstgrenze für Tantiemenzahlungen eher etwas anzuheben, z.B. auf EUR 20,00.
    Denn abgesehen von den Spesen kommt auch der Mehraufwand hinzu für die Buchungen, Ausdrucke der Zahlungsinformationen usw., die sich für kleinere Beträge nie lohnen.
    Als ich die besagte E-Mail von Amazon erhielt mit der Nachricht, dass ab sofort jeden Monat Auszahlungen erfolgen würden von jedem Ländershop, egal, wie hoch die Tantiemen im abgerechneten Monat seien, und anschliessend diese 6 Remittance Advices mit teils kleinen Beträgen erhielt, rechnete ich mir genau dasselbe aus wie Sie: Es rechnet sich nicht mehr, seine Werke auf Amazon weltweit zu vertreiben.
    Im Gegenteil, da zahlt man drauf, und das kann ich mir nicht leisten. Also werde ich Amazon diese Erkenntnis auch noch mitteilen und rate allen Betroffenen, dies ebenfalls zu bald zu tun.
    Nichtsdestotrotz: Ein frohes und lichtvolles Fest für alle!
    Annina

  3. Lars Gunmann schrieb am 29. Dezember 2013 um 12:25 Uhr

    Ich hatte schon zuvor alles auf Euro umgestellt, aber auch gar keine US-Auszahlung erhalten. Obwohl ich schon von den Anfangszeiten her auch ein paar Dollar auf dem Konto dort haben müsste.

    Das Problem ist aber, dass man bei KDP ja gar keinen Kontostand sieht. Kann es sein, dass das Geld irgendwann verfallen ist, wenn die Auszahlungsgrenze nicht erreicht wurde?

Kommentar zu diesem Beitrag schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *