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Beitrag vom 13. Juni 2017 | Rubrik: Bachmannpreis 2017

Bachmannpreis 2017: Man stelle sich vor

In Anlehnung an die Treffen der Gruppe 47 wurde 1976/77 der Bachmannpreis gegründet. Zu den ersten Juroren zählte Marcel Reich-Ranicki (Foto: ORF/bachmannpreis.at)

In Anlehnung an die Treffen der Gruppe 47 wurde 1976/77 der Bachmannpreis gegründet. Zu den ersten Juroren zählte Marcel Reich-Ranicki (Foto: ORF/bachmannpreis.at)

Im vergangenen Jahr wurde am Wörthersee Geburtstag gefeiert: Vierzig Jahre Bachmannpreis! Das Jubiläum bezog sich auf das Jahr der Entscheidung, alljährlich in Klagenfurt einen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb zu veranstalten. Zum ersten Mal ausgetragen wurde der Bewerb dann im darauf folgenden Jahr. Das heißt: Auch 2017 ist ein Jubiläumsjahr!

Und wie anders sah es damals aus

Man stelle sich vor:

Statt der zur Zeit vierzehn wurden 1977 insgesamt dreiundzwanzig Autorinnen und Autoren eingeladen. Sie trugen – so wie heute auch – an drei Tagen ihre Texte vor. Da blieb für Schwimmen, Eiscafébesuche, Radtouren, Sightseeing, Ausschlafen vermutlich kaum Zeit.

Die damalige Jury unter dem Vorsitz von Marcel Reich-Ranicki bestand aus dreizehn Mitgliedern – in der Hauptsache SchriftstellerInnen. Heute zählt die Jury sieben Mitglieder – ausnahmslos LiteraturkriterInnen.

Seit Jahren gehört es zu den Gepflogenheiten des Wettbewerbs, dass die eingeladenen Autorinnen und Autoren sich in kurzen Videoporträts vorstellen. Die Clips werden in der 3sat-Übertragung unmittelbar vor der jeweiligen Lesung gezeigt, können aber großenteils schon jetzt online auf den Autorenseiten von bachmannpreis.at angeschaut werden. Wenn alle Porträts eingestellt sind, werde ich, wie in den Vorjahren meine ersten Eindrücke an dieser Stelle wieder zusammenfassen.

Neu in Sachen Vorstellen ist eine kleine Interviewserie unter dem Titel »Abgeklopft«, die das in diesem Jahr sozialmedial höchst umtriebige ORF-Team »Bachmannwettbewerb« auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Auch literaturcafe.de-Chef Wolfgang Tischer wurde befragt. Von den AutorInnen will man wissen, wie sie auf die Nominierung reagiert haben, was sie mit den TDDL verbinden, was sie in den Koffer einpacken und bei der Lesung tragen werden, worauf sie sich freuen und wovor sie sich fürchten, welches Emoji ihre derzeitige Stimmung beschreiben würde und was ihre beste bzw. ungewöhnlichste Lesung war. Noch sind nicht alle »abgeklopft«. Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir aber bereits soviel:

Urs Mannhart müsste im Juli eigentlich zur Heu- und Mistgabel greifen, statt am Wörthersee zu lesen und im Café zu sitzen.

Urs Mannhart wird heute "abgeklopft". Die Mistgabel wird er zu Hause lassen und er freut sich schon jetzt aufs Briefe…

Posted by Bachmannwettbewerb on Sonntag, 11. Juni 2017

Björn Treber und Karin Peschka sind völlig furchtlos und möchten kein Foto von ihrem Bücherregal machen.

Heute wird Karin Peschka "abgeklopft". Was sie bereits heute weiss: Bei der Lesung wird sie ihre neue Lesebrille tragen….

Posted by Bachmannwettbewerb on Samstag, 10. Juni 2017

Daniel Goetsch wird mit E-Zigarette, Valium, Ritalin und ohne »schwarz-weiß-karierten Anzug« anreisen. Noemi Schneider hat mal in einer Kirche mit sieben-Sekunden-Hall gelesen und »Juchhuuu!« gerufen, als sie von der Nominierung erfuhr. John Wray freut sich auf Blunzennudeln, hat schon einen Koffer in Kärnten, aber leider keine TDDL-Übertragung in Buffalo.

Doris Brockmann

3 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Gregor Fink schrieb am 13. Juni 2017 um 08:49 Uhr

    Reich-Ranicki war nicht Initiator des Bachmannpreises. Das waren Humbert Fink und Ernst Willner.

  2. Redaktion schrieb am 13. Juni 2017 um 09:31 Uhr

    Danke für den Hinweis. Die Bildunterschrift ist korrigiert.

  3. Zauberfee schrieb am 28. Juni 2017 um 13:44 Uhr

    Da steigt schon die Vorfreude (:

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