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Beitrag vom 11. Juni 2013 | Rubrik: Bachmann und Brockmann, Bachmannpreis 2013

Bachmann und Brockmann I: Die KandidatInnenstatistik 2013

Bachmann-KandidatInnen-Statistik 2013Die Bachmannpreis-Jury hat entschieden. Die TeilnehmerInnen für die Endrunde von GNTA (German-speaking Next Top Author) ste­hen fest. Jedes Jury-Mitglied durfte (wie immer) zwei BewerberIn­nen einladen: macht bei sieben Mitgliedern vierzehn Eingeladene.

Doris Brockmann wirft einen Blick auf die Klagenfurter KandidatInnenliste – aber erstmal ganz unpersönlich. Das heißt, sie bleibt bei den Zah­len und noelle-neumannt drauf los.

Geschlechtsspezifisch steht es in diesem Jahr 8:6 für die Frauen. Der kontinuierliche Aufwärtstrend der Autorinnen hält ungebro­chen an. Im letzten Jahr war der Gleichstand von
7:7 erreicht. 2011 erhöhten die Frauen von 5 (2010) auf 6. Eine beharrliche Steige­rung, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt: Wenn der gute Lauf weiterhin gut läuft, müsste nach Adam Riese im Jahr 2019 ein reiner Literatinnenwettbe­werb anstehen – es sei denn, die Männer setzen vorher noch eine Quotenrege­lung durch.

Doris Brockmann (Foto:privat)Doris Brockmann
ist (bzw. war) passionierte Fernsehstudentin der »Tage der deutschsprachigen Literatur«. Bis 2013 bloggte und twitterte sie über den Bachmannpreis immer im angenehm kühlen Arbeitszimmer, 2014 war sie erstmals live im aufgeheizten Klagenfurt dabei, um sich mal alles vor Ort anzuschauen. 2017 wird sie zum vierten Mal nach Kärnten reisen. Ansonsten widmet sie sich der angewandten Schriftstellerei im Dienste der Alltagsbeobachtung auf
walk-the-lines.de

Länderspezifisch zeigt sich ein Bild, das Entspan­nung wie auch deren genaues Gegenteil hervorruft.

Entspannt kann sich zurücklehnen, wer ein ähnliches Nationalitäts­zugehörigkeitswirrwarr wie im Vorjahr befürchtet hat, als es dop­pelte und auch Zugehörigkeiten jenseits des Dreiländerecks aus Ös­terreich, Schweiz und Deutschland gab. Für letztere gibt es zwar auch dieses Mal ein Beispiel (BR), jedoch lebt der in Brasilien ge­borene Schriftsteller über 20 Jahre in Deutschland und geht unter der Wohnortangabe „München“ an den Start. Ansonsten begnügen sich alle Beteiligten mit nur einem Nationalitätskennzeichen hinter ihrem Namen.

Nicht entspannt zurücklehnen können sich diejenigen, die in der Schweiz leben und schreiben. Denn sie sind im diesjährigen Be­werb überhaupt nicht vertreten. Hat es das eigentlich schon mal ge­geben? (Muss ich unbedingt überprüfen!) Haben die Schwyzer Au­torInnen etwa Angst vor Klagenfurt? Oder haben Sie allesamt grot­tenschlechte Texte an die Jury verschickt? Oder hat die nahezu vor­bildlich paritätisch besetzte Jury

D CH A
3 2 2

befunden, dass es ein Unfug sei, bei der Auswahl auch danach zu schauen, woher die Einzuladenden kommen? Ich weiß es nicht. Was ich wohl weiß ist, dass die Gruppe der deutschen AutorInnen im­mer die zahlenmäßig größte Gruppe war. Aber in diesem Jahr hat sie ja fast eine Monopolstellung erreicht. Ist mir irgendwie ein biss­chen unangenehm.

Hier noch einmal im Überblick:

D CH A
2010 9 2 2 1 IR
2011 10 1 3
2012 7 (+CH+FIN) 4 (+A+D) 3 (+JPN+CH)
2013 11 2 1 BR

Altersspezifisch ist zu vermelden, dass das Gesamtalter der einge­ladenen FinalistInnen in diesem Jahr 536 Jahre beträgt. Daraus er­gibt sich ein Pro-Kopf-Durchschnittsalter von
38,3 Jahren. Bei der Errechnung habe ich die Geburtsmonate der KandidatInnen nicht berücksichtig. D. h. alle, die erst nach dem 4. Juli Geburtstag ha­ben, mussten hier der Einfachheit halber ein wenig älter gemacht werden. Da ich bei den vorherigen Bachmannpreis-Jahrgängen in derselben Weise verfah­ren bin, bleibt sich das im Verhältnis gleich.

2013 536 Jahre 38,3
2012 539 Jahre 38,5
2011 521 Jahre 37,2
2010 500 Jahre 35,7

Ungeachtet der minimalen Verjüngung im 2013er Jahrgang, glaube ich weiterhin, von einem unverkennbaren Trend im Sinne des allge­meinen demographischen Wandels sprechen zu dürfen.

Bleiben noch zwei kleine Anmerkungen:

  • Eine eigene Homepage habe ich (bisher) nur bei vier Kandi­datinnen gefunden. (Halten die anderen ihre geheim, oder haben sie keine?)
  • Nur zwei von vierzehn TeilnehmerInnen geben an, an einem Literaturinstitut (Biel, Leipzig) studiert zu haben. (Halten die anderen ähnliche Ausbildungen geheim oder gar nichts davon?)

So.

Das
muss
für
heute
reichen.

Sobald die Videoporträts online gestellt sind, geht es hier weiter im Text.

Doris Brockmann

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zunächst auf walk-the-lines.de

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